Dienstag, 19. September 2017

Island: Heimat der Elfen und Trolle

Das gibt es nur auf Island: Elfen-Guides und Troll-Stadtpläne zeigen Touristen die Orte, an denen die Kobolde und Elfen wohnen. 


Das Bauamt der Hauptstadt Reykjavík beschäftigt eine Elfenbeauftragte, Erla Stefánsdóttir, die in Stadtplänen und Landkarten elfenverdächtige Stellen markiert. 


In Islands drittgrößter Stadt Hafnarfjörður, einem Hafenstädtchen in der Nähe von Reykjavík lässt es sich gut leben – nicht nur für Menschen: Hafnarfjörður soll nämlich die größte und vielfältigste Population von Elfen, Gnomen, Trollen und dem „Huldufólk“ – dem „Verborgenen Volk“ – auf der Insel beherbergen. Sogar die Elfenkönigin soll sich hier niedergelassen haben. Die Wesen aus der anderen Dimension hausen überall, in den Vorgärten der schicken Meerblick-Häuser, zwischen Steinbrocken und im Höhlengarten Hellisgerði, einem alten Lavafeld.(Quelle: https://www.welt.de/)



Auf Island ist der Glaube an die Elfen noch immer vorhanden. Inmitten der wilden Natur der zerklüfteten Vulkaninsel soll sich das kleine Volk verbergen. Und manchmal spielt es den Menschen eben einen Streich.


Unglaublich, aber wahr: Mehr als die Hälfte der isländischen Bevölkerung glaubt an Elfen. Und immerhin neunzig Prozent hält deren Existenz für möglich. Kein Wunder in einer Landschaft, die einem Fantasy-Roman entsprungen zu sein scheint.


In den Westfjorden können am helllichten Tage dichte Nebel aufkommen, die einem die Orientierung nehmen. Plötzlich scheint ein Stein menschliche Umrisse zu haben. Handelt es sich  hier vielleicht gar doch  um einen Troll, der den Sonnenaufgang vergessen hat und bis ans Ende aller Tage versteinert bleiben muss?



Das Bauministerium von Island geht mit Vorsicht um, wenn eine neue Straße oder ein Haus in Planung ist. Zu gut ist die Geschichte in Erinnerung, als ein Felsbrocken für die Erweiterung einer Hühnerfarm gesprengt werden sollte. Angeblich hörten die Hühner auf, Eier zu legen, so dass der Betrieb verkauft werden musste.
Der neue Besitzer verwarf die Sprengungspläne und konnte sich nie über zu wenige Hühnereier beklagen. Der Fels, bei dem es sich um ein Elfenhaus handeln soll, ist heute nationales Kulturgut des staatlichen Museums.


. An der "Álfaskólin", der Elfenschule in Islands Hauptstadt Reykjavík, kann man alles über die frechen Naturgeister erfahren. Seit 1995 leitet der Historiker Magnús Skarphédinsson die Schule und bietet halbtägige Ausflüge an. An deren Ende bekommt man eine Urkunde überreicht. Vorausgesetzt, man schließt das Elfenschulentraining erfolgreich ab.


In Hafnarfjörður, einer kleinen Stadt in der Nähe von Reykjavik, lebt Ragnhildur Jónsdóttir, ihr Beruf: Seherin. Die 56-Jährige sagt, sie könne das versteckte Volk sehen, sogar mit dem Huldufólk sprechen. In einem Lavafeld, durch das eine neue Straße gebaut werden sollte, hätten Elfen der Seherin gezeigt, dass dort ihre Elfenkirche sei:
"Ich fand in dieser Angelegenheit eine Umweltschutzgruppe, der ich mich anschloss. Wir haben dann in dem Lavafeld protestiert, damit die Straße die Elfenkirche nicht zerstört."



Rücksicht auf die Elfenkirchen
Die Umweltschutzgruppe "Friends of Lava" und Jonsdottir arbeiteten in dieser Sache Hand in Hand und aktivierten Hunderte Isländer, die Baustelle zu blockieren. Mit Erfolg, das Bauprojekt wurde eingestellt. Nicht unüblich in Island: Die Straßenverwaltung geht mittlerweile routiniert mit den Elfenprotesten um und findet Kompromisse: Straßen werden verlegt oder machen ungewöhnliche Schlenker, um vorhandene Elfenhäuser nicht zu zerstören.


Wer Interesse an einer individuellen Islandreise hat, der ist hier bestens beraten:

Island
Lichtspiel am nordischen Himmel


Reise-Highlights
Ausführliche Besichtigung besonderer, magischer Kraftorte
Sie entdecken die faszinierende Natur Islands in all ihren Facetten
Beste Reisezeit, um die leuchtenden Nordlichter zu sehen
Treffen mit einer Seherin und Führung durch den Stadtpark in Hafnarfjörður, wo zahlreiche Naturwesen hausen
Durchgehende Reiseleitung durch den ausgewiesenen Island-Experten Götz Dietrich Knosp
Exklusive Kleingruppe - Maximale Teilnehmerzahl: 15 Personen
Weitere Infos unter



Literaturtipps:
Erlas Elfengeschichten: Die »isländische Elfenbeauftragte« erzählt
Sie wurde als 'Elfenbeauftragte' bezeichnet, was zwar kein offizieller Titel ist, aber es stimmt: Erla Stefánsdóttir ist hellsichtig und kann Naturwesen sehen. Sie hat auch verschiedentlich geholfen, wieder Frieden zu stiften zwischen den Menschen und Naturgeistern. Dieser unterhaltsame, gleichwohl zum Nachdenken anregende Band enthält skurrile und lustige, manchmal aber auch melancholische und anrührende Geschichten und Anekdoten aus einem an seltsamen Erlebnissen reichen Leben.


Produktinformation
Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Neue Erde; Auflage: 1 (12. September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3890605931
ISBN-13: 978-3890605937
Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 1,3 x 18,5 cm

Für Kinder:
Geschichten aus dem Reich der Hexen, Elfen und Kobolde 
Dieses Buch lädt den Leser mit seinen märchenhaften und lehrreichen Geschichten aus dem Reich der Hexen, Elfen und Feen zu einer Reise in die bunte Welt der Fantasie ein. Mit seinen lustigen Ausmalbildern ist es für Kinder ebenso geeignet wie für all jene, die im Herzen jung geblieben sind.


Produktinformation
Taschenbuch: 80 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (18. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3735790720
ISBN-13: 978-3735790729
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 - 8 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 0,4 x 24,6 cm

Mit Nepomuck auf Weltreise
Wie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon, und wie leben die Eskimos heute? Was passiert, wenn ein norwegischer Kobold auf einen irischen Leprechaun trifft, und was kann man im Karina-Verlag so alles anstellen? Begleitet den lustigen Kobold Nepomuck auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien und lernt Menschen, Tiere und verschiedene Kulturen hautnah kennen. Folgt ihm auf den Spuren der Hobbits, und werft mit ihm seinen ersten Bumerang. Die tollsten Abenteuer warten auf euch, denn wo Nepomuck sein Unwesen treibt, da wird es nie langweilig!


Produktinformation
Gebundene Ausgabe: 140 Seiten
Verlag: Nova MD; Auflage: 1., Erstauflage (12. Mai 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3961112762
ISBN-13: 978-3961112760
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 5 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 15 x 1,7 x 21 cm

Leseprobe aus dem Buch
Im Land der Geysire und Elfen
„Das ist ein Geysir”, erzählt Björk, „man nennt ihn Strokkur (Butterfass), und er ist sehr aktiv, wie du siehst.” Der Strokkur ist wirklich etwas ganz Besonderes, findet Nepomuck. Plötzlich bildet sich eine schöne blaue Blase auf dem Wasser, und dann schnellen die Wassermassen bis zu 35 Meter hoch in die Luft!
„Der Strokkur ist sehr zuverlässig”, grinst Birta. „Er lässt etwa alle 10 Minuten eine Wassersäule hochschießen, aber beim “Großen Geysir” kann man darauf manchmal warten, bis man schwarz wird.”
Nepomuck muss lachen, denn er stellt sich gerade bildlich vor, wie die Leute beim Warten alle schwarz anlaufen.
„Und wie entsteht so ein Geysir?”, erkundigt er sich.
„Ganz einfach”, erklärt Björk, „das Wasser wird durch das heiße Vulkangestein aufgeheizt und dann durch den entstehenden Druck in die Luft geschleudert.”
„Da möchte ich lieber nicht baden”, entscheidet das Kerlchen grinsend.
„Das ist auch besser so. Sonst erleben wir noch einen fliegenden Nepomuck!” Birta will sich ausschütteln vor Lachen.
„Es gibt aber noch eine Anzahl kleinerer heißer Quellen hier im Haukadulur, in denen man tat-
sächlich baden kann! Sogar im Winter, wenn die Außentemperatur unter null Grad beträgt!“, bemerkt Erik.
Das alles ist so aufregend für den kleinen Kobold, dass er jetzt richtig Kohldampf bekommen hat. „Mein Magen knurrt”, nörgelt er vorwurfsvoll. Mutter Iris schaut auf die Uhr. „Oh, ja, es wird auch langsam Zeit für einen Imbiss. Im Auto warten Stullen und Saft.”
Hoffentlich sind die Brote nicht mit Fisch belegt, denkt Nepomuck und gruselt sich bei dieser Vorstellung. Doch zu seiner Erleichterung sind sie das nicht. Mit gesundem Appetit beißt er in ein Marmeladenbrot und lauscht mit glühenden Wangen Vater Erik, der von der „Elfenbeauftragten“ Erla Stefánsdóttir berichtet, die von den isländischen Baubehörden gern hinzugezogen wird, sofern eine neue Strasse gebaut werden soll. „Erla weiß genau, wo sich die Naturwesen angesiedelt haben, und das ist gut so, denn Elfen können sehr böse reagieren, wenn man in ihr Gebiet eindringt. Oftmals musste schon völlig umgeplant werden, weil sich bei Nichtbeachtung seltsame Unfälle ereigneten. Da ist es schon besser, die Straßen gleich um die Behausungen der Elfen und Trolle herumzubauen.“
Heute habe ich viel gesehen und gelernt, denkt Nepomuck.
Zufrieden und schläfrig lümmelt er sich auf dem Rücksitz, während der Wagen langsam Richtung Reykjavik rollt.



©byChristine Erdic 

Donnerstag, 27. Juli 2017

Straßburg – Wo die Vergangenheit auf die Gegenwart trifft

Straßburg, jene geschichtsträchtige Stadt im Elsass, die sich mal in deutschem und mal in französischem Besitz befand, ist unbedingt einen Besuch wert. Da sie recht zentral liegt, eignet sie sich auch für eine Stippvisite mit Weiterfahrt auf der berühmten Weinstraße in Richtung Colmar.


Im schönen Altstadtviertel „Petit France“ laden kleine romantische und doch recht lebendige Gassen mit historischen mehrstöckigen Fachwerkhäusern zum Bummeln ein. 


Hier gibt es zahlreiche gemütliche Restaurants (der leckere Flammkuchen ist ein Muss!) und gediegene, winzige Läden, die allerlei landestypische Überraschungen bereithalten, zu entdecken.







Kein Weg führt am „Liebfrauenmünster zu Straßburg (Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg)“ vorbei.
Das Münster ist ein römisch-katholisches Gotteshaus und gehört laut Wikipedia zu den bedeutendsten Kathedralen der europäischen Architekturgeschichte sowie zu den größten Sandsteinbauten der Welt. Es hat viele Künstler wie Goethe inspiriert und ist das Wahrzeichen der französischen Metropole.



Der Aufstieg auf die Kathedrale erfordert angesichts der langen Warteschlange Geduld, wird jedoch mit einem wunderschönen Blick über die Stadt belohnt.


Seit dem Jahrtausendwechsel wird das Münster permanent restauriert. Die aufwendigen Restaurationen werden vom französischen Staat als Eigentümer und der Fondation de l'Œuvre Notre-Dame finanziert. Das Straßburger Münster hat sowohl von der Fassade als auch von der sakralen Inneneinrichtung viel zu bieten.


Seit 1015 wurde das Straßburger Münster gebaut, zuerst im romanischen Baustil. Aus der romanischen Zeit stammen bekannte Objekte wie der Alter und der Chor oder auch der halbkreisförmige Raumgrundriss. Typisch waren Wölbungen in der römischen Architektur, die im Münster sehr prägend eingeflossen sind. Neben den römischen Baustilen vereint die Straßburger Kathederale auch viele gotische Fassadenelemente. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde mit dem Bau des Langhauses im gotischen Stil begonnen. Das 16. Jahrhundert prägte das Münster in der Architektur der Renaissance.


Zu den architektonischen Highlights der Kathedrale gehören vor allem die fünf Portale, die unter anderem in romanischen und gotischen Stilen erbaut wurden. Die Portale sind geschmückt mit Motiven wie der Marienkrönung am Portal des südlichen Querhauses. Das Münster ist besonders wertvoll durch die vielen Baustile und Christenmotiven, so dass man viele Stunden die Kathedrale bewundern kann. Viele Künstler kamen in der Geschichte nach Straßburg, um die einzigartige Architektur zu studieren und sich in ihrer Arbeit inspirieren zu lassen. Seit ein paar Jahren werden Gebäudeabschnitte sehr umfangreich restauriert. 

Im etwas mittelalterlich anmutenden Straßburg befinden sich übrigens Europarat, Europäisches Parlament sowie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.


Die Europabrücke, die Kehl mit Straßburg verbindet, ist ein Zeichen der französisch-deutschen Aussöhnung und auch ein bauliches Zeichen für das zusammenwachsende Europa, das Deutschland und Frankreich maßgebend gestaltete. 

Ein besonderes Erlebnis bietet Straßburg in der Weihnachtszeit mit seinen bunten Weihnachtsmärkten.


An Weihnachten verwandelt sich Straßburg in eine andere Stadt - von der heimeligen Stadt am Ill wird es zum Winterwunderland und zeigt sich von einer besonders glanzvollen Seite: Die Gassen und Gebäude werden reich geschmückt und verzaubern Straßburg. 



Übrigens: Der Straßburger Weihnachtsmarkt gilt als einer der ältesten Europas, er fand zum ersten Mal im Jahr 1570 unter dem Namen "Christkindelsmärik" statt. Genießen Sie also die Weihnachtshauptstadt Straßburg in vollen Zügen, wenn Sie zu Besuch sind. 


Einen Blick sollte man auch auf den "Grand Sapin" werfen, den prächtigen Weihnachtsbaum auf dem Place Kléber. Der Weihnachtsmarkt ist ab dem 24. November jeden Tag von 11 bis 20 Uhr geöffnet, an Heiligabend bis 18 Uhr.


Im Elsässischen Museum -  Museé Alsacien bekommt man als Abrundung noch einen umfangreichen Einblick in das Leben der Einwohner in längst vergangenen Zeiten.



Literaturtipp: Mystica Venezia

Christina Maria schaute verträumt zu dem reich verzierten Portal der großen Kathedrale auf. Die Gargoyles zogen sie regelrecht in ihren Bann.


 Überhaupt, diese Stadt! Straßburg hatte etwas an sich, sie konnte es nicht erklären. Etwas beinahe Mystisches lag über dem Ort, vor allem aber über dem imposanten Bauwerk mit seinen interessanten Figuren, die es von außen schmückten.
Giuseppe lachte. 
Er hatte seine Geliebte schon geraume Zeit amüsiert beobachtet.
„Nun meine Duca, wie gefällt dir Straßburg?”
Christina drehte sich einmal um sich selbst, dass ihre Röcke flogen, und breitete die Arme weit aus.
 „Gefallen? Es ist einfach himmlisch! Die schönste Stadt, die ich je gesehen habe!”
Giuseppes Augen blitzten vor Vergnügen.
„Sagst du das nicht jedesmal, Julietta? Egal wohin ich dich auch führe, alles ist himmlisch in deinen Augen. Könnte es vielleicht an meiner Wenigkeit liegen, dass dir alles in einem ganz besonderen Glanz erscheint?”
„Sicher, sogar im Profundum, jener sagenumwobenen Unterwelt, würde ich ein Paradies sehen, wenn du nur bei mir bist”, entgegnete sie ein wenig spöttisch und zog eine Augenbraue hoch. Dennoch steckte mehr als ein Körnchen Wahrheit in dieser Aussage, das wussten sie beide.
„Sag das nicht zu laut. Du könntest als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen landen. Wir leben in gefährlichen Zeiten.” Beschwörend legte er ihr die Hand auf den Mund und sah sich vorsichtig um. Christina lachte unbekümmert auf und wurde dann plötzlich ernst.
„Versprich mir, dass du mich nie verlässt, Giuseppe. Ich wär verloren ohne dich …”
Ein Schatten fiel über sein Gesicht, und er wandte sich kurz ab. Dann sah er sie traurig an, mit einem Blick voller düsterer Vorahnungen, wie es ihr schien.
„Ich wünschte, ich könnte es versprechen, geliebte Duca. Doch ich kann es nicht. Wer kann schon wissen, wohin das Schicksal uns treibt? Lass uns genießen, was uns der Augenblick beschert. Einmal, da hatten wir große Pläne, dachten, wir könnten das Geschick dieser Welt lenken. Doch nun scheint alles so sinnlos zu sein. Schau dir die Menschen in all ihrer Kleingeistigkeit an. Sie leben hinter einer Fassade aus Religiösität und Selbstgerechtigkeit. Sieh hinter den Schleier aus schillerndem Glanz, Julietta. Was entdeckst du?”
Sie sah ihn fragend an.
„Ich weiß nicht … es gibt Glanz und Armut, ja … aber …”
„Nein, Julietta!”, er schüttelte unwillig den Kopf.
„Hinter dem Schleier lauern Intoleranz, Unwissenheit und Verderben. Es wird wieder geschehen, dass Menschen, die anders denken, verfolgt und verbrannt werden. Irgendwo liegt der Stein verborgen. Doch mir scheint, die Menschheit ist noch nicht bereit. Wird sie es je sein?”
Unglücklich sah sie ihn an.
„Eben hast du noch gesagt, wir sollen den Augenblick leben und genießen, und nun verdirbst du ihn!” Sie fühlte Wut in sich aufsteigen. Plötzlich war der Zauber dahin. Warum versank Giuseppe plötzlich in so düsteren Ahnungen? Was wusste er?
„Giuseppe, wir müssen das beste aus diesem Leben machen. Was kümmert uns die Zukunft? Vielleicht fällt uns morgen ein Stein auf den Kopf oder ein Komet zertrümmert die Erde. Sollen wir in ewiger Angst leben, dass etwas passieren könnte?”
„Du hast ja Recht, Julietta. Leben wir!” Er lächelte. „Du bist eine gute Lehrmeisterin für mich. Schön, dass es dich gibt.”
Gedankenverloren sah er zu der Kathedrale auf.
„Das Münster hat fünf Portale und viele mystische Figuren aus dem alten Testament. Weißt du, was Marco gesagt hat?”
Sie schüttelte verneinend den Kopf, wenig erpicht auf irgendeine Aussage von Marco. Immer wieder dieser Marco!
„Es gibt hier ein Zeittor, das müsste sich irgendwo am rechten Portal der Westfassade befinden, dort wo auch die Figur des „Fürsten der Welt” ist. Allerdings weiß wohl niemand genau, in welche Epoche dieses Tor führt. Also ist Vorsicht geboten. Doch sollte mir jemals etwas geschehen, oder sollte dir Gefahr drohen, dann …”
Er vollendete seinen Satz nicht.
„Komm, ich zeige dir das Portal,” sagte er und zog Christina Maria entschlossen mit sich.
„Sprich nicht so, du machst mir Angst. Sollte dir je etwas geschehen, ist ohnehin egal, was mit mir passiert.” Unwillig befreite sie sich aus seinem Griff.
„Du hast noch ein anderes Leben, in das du zurückkehren kannst. Venedig ist der sicherere Weg, aber solltest du aus irgendeinem Grunde nicht dorthin gelangen können … nun, ich werde dir weitere Zeittore in Europa zeigen für den Notfall”, entgegnete er ruhig.
Christina Maria sah skeptisch zu dem Gargoyle zu ihrer Rechten empor, er schien plötzlich zu grinsen, wirkte so lebendig, dass ein Schauder über ihren Rücken fuhr.
„Lass uns weitergehen”, sagte sie leise. „Es gibt noch so viel zu entdecken in dieser schönen Stadt.”

Ende der Leseprobe aus Mystica Venezia


Eine verschwundene Braut, ein Sensenmann als Gondoliere, eine blinde Malerin, ein seltsames Zeichen an einer Mauer und ein geheimnisvoller Orden, Guido hat sich seine Hochzeitsreise nach Venedig dann doch etwas anders vorgestellt. Verzweifelt macht er sich gemeinsam mit seiner Schwägerin Ana Karina in den Wirren des Karnevals, der durch die engen Gassen der Lagunenstadt tobt, auf die fast aussichtslose Suche nach Christina Maria und stößt dabei auf eine uralte Legende.

Produktinformation
Taschenbuch: 264 Seiten
Verlag: Karina-Verlag (13. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3903056707
ISBN-13: 978-3903056701
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 1,7 x 20,8 cm
Überall im deutschen Buch- und Onlinehandel sowie im Karina-Verlag.




©byChristine Erdic 

Freitag, 23. Juni 2017

Reiterhof Groß Briesen - Urlaub für Menschen mit Behinderung

Anlässlich der beginnenden Sommerferien in einigen Bundesländern habe ich mich dazu entschlossen, heute einmal auf ein ganz anderes Thema einzugehen.


                                     Bildquelle:  Britta Kummer 

Therapeutisches Reiten
Mit dem Pferd die Natur erleben

Umsäumt von Kiefernwäldern, in der reizvollen Landschaft des Naturparks „Hoher Fläming“, fernab von jedem Verkehrsstress, liegen das Islandpferdegestüt und der Reiterhof Groß Briesen.


Auf dem märkischen Vierseitenhof am Rande des Havellandes begrüßen wir unsere Gäste in familiärer und kinderfreundlicher Atmosphäre.
Menschen mit Handicap sind bei uns herzlich willkommen. Wir bieten Alleinreisenden wie auch Wohngruppen mit geistig, sozial oder körperlich behinderten Menschen die Möglichkeit, einen Urlaub auf unserem Bauernhof mit seinen verschiedenen Tieren zu verbringen. Hier gibt es viel zu entdecken: die zahme Kuh Ute, das Minischwein Lucy oder die Gänse und Hasen mit ihrem Nachwuchs, alle kann man streicheln und anfassen.
Und neben dem allgemeinen Programm wie Pizza backen oder einem Grillabend mit Lagerfeuer und Stockbrot stehen speziell ausgebildete Therapiepferde zum Reiten für behinderte Menschen zur Verfügung. Die Pferde zu putzen, den Kontakt zu Ihnen aufzubauen sowie den Umgang und Ihr Verhalten zu erlernen ist für viele ein besonderes Erlebnis dieser Reise.


Pferde sind seit jeher ein treuer Wegbegleiter des Menschen. Für Menschen mit Behinderung kann eine Therapie mit Pferden nicht nur einen positiven Effekt auf körperliche Funktionen haben, sondern auch eine motivierende Wirkung auf die Psyche.
Generell werden bei der Hippotherapie physiotherapeutische Behandlungen von zentralen Bewegungsstörungen durchgeführt, die beim Patienten entweder von Geburt an vorliegen oder nachträglich erworben wurden.
Durch manche Behinderungen wird die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt,  es kommt zu Muskelschwund oder zu Verkrampfungen. Ein Therapiepferd und ein Reittherapeut oder eine Reittherapeutin können Betroffenen zu mehr Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit mit der neurophysiologischen Behandlung auf dem Pferderücken verhelfen. Vor Allem bei Spastik und Paresen, MS, Zerebralparese, Ataxie, Querschnittslähmung, Schädel-Hirn-Traumata, Hemiparese oder Paraplegie kann die Hippotherapie zu einer Verbesserung der Bewegungs- und Koordinationsfähigkeit führen.
Eine Reittherapie wird meist ergänzend zu anderen physiotherapeutischen Maßnahmen ärztlich verschrieben und von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten bzw. Hippotherapeuten durchgeführt. Das Therapiereiten mit speziell ausgebildeten Pferden soll Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit zentralen Bewegungsstörungen helfen ihre Motorik weiter zu entwickeln. Hierzu wurden mittlerweile unterschiedliche Therapiemöglichkeiten entwickelt. 


Physiotherapeuten oder Krankengymnasten, die sich in einer Weiterbildung zum Pferdetherapeut zusätzlich qualifiziert haben, leiten und begleiten die Behandlungen.
Als Therapiepferde werden besonders häufig kleine Tiere wie Isländer oder Ponys eingesetzt, da deren Schrittfrequenz sehr ähnlich zu der des Menschen ist. Das Tier sollte besonders ruhig und ausgeglichen in seinem Wesen sein, sodass sich die Gelassenheit, Stärke und Ruhe auch auf den Patienten positiv auswirken kann.


Eine geeignete Therapiestelle nach Postleitzahl zu finden, ist dank dem Reittherapie-Finder der Deutschen Gruppe für Hippotherapie e.V. leicht möglich.
Auch gibt es viele tolle Angebote für Reiterferien für behinderte Kinder auf integrativen Reiterhöfen im Internet, die garantiert den nächsten Urlaub zu einem unvergesslichen und gleichzeitig fördernden Erlebnis machen.

Buchtipps zum Thema

Therapieren mit Pferden: Heilpädagogisches Reiten - Hippotherapie - Psychiatrie 


Heilpädagogisches Reiten und Hippotherapie.
In diesem Buch finden Sie alles rund um die verschiedenen Therapieformen und Anwendungsfelder, in denen das Pferd der wirkliche Therapeut ist.
Fachlich fundiert und verständlich beschreibt es, durch welche Eigenschaften sich gerade das Pferd hierfür eignet, welche Voraussetzungen es mitbringen und wie es ausgebildet sein muss.
Producktinformation
Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag Eugen Ulmer
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3800146460
ISBN-13: 978-3800146468

Willkommen zu Hause, Amy: Sonderedition Teil 1 und Teil 2


„Willkommen zu Hause, Amy“ ist eine wundervolle Familiengeschichte, die von Zuversicht, Mut, Liebe und dem Glauben an die eigene Kraft handelt.

Amy wurde mit einer Muskelschwäche in den Beinen geboren. Als sie drei Jahre alt war, gab ihre Mutter sie in ein Kinderheim, da sie der Aufgabe, eine behinderte Tochter großzuziehen, nicht gewachsen war.
Im Heim hat Amy aufgrund ihres Handicaps kein leichtes Leben. Sie wird von den Kindern gehänselt und drangsaliert. Ihr einziger Freund ist Mischlingshund Max, der immer an ihrer Seite ist.
Erst nach Jahren erfährt Amy Mitgefühl, denn Mary, eine Freundin der Heimleiterin, holt sie zu sich auf die Farm. Im Pferdestall findet sie den verängstigten Amigo. Schon bald stellt sich heraus, dass auch er das Vertrauen in die Menschen verloren hat.
Können Amy und Amigo einander helfen, ihr Misstrauen abzubauen?
Produktinformation
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Morawa Lesezirkel GmbH (7. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3990498541
ISBN-13: 978-3990498545
Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 2,2 x 20,8 cm

Hinweis: Autorin Britta Kummer leidet seit Jahren an MS. Die Freude am Schreiben hat sie im Jahre 2007 entdeckt und seit dieser Zeit bestimmt es ihr Leben. Es macht ihr einfach großen Spaß, sich auf diese Art und Weise auszudrücken.


Erst wurden ihre Werke im Bekanntenkreis herumgereicht und die Resonanz darauf war sehr positiv.
Es dauerte nicht lange und schon hielt sie ihr 1. Buch "Willkommen zu Hause, Amy" in Händen. Dieses Buch wurde im Januar 2016 mit dem Daisy Book Award ausgezeichnet. Der Kärntner Lesekreis „Lesefuchs“ vergibt in unregelmäßigen Abständen diese Auszeichnung für gute Kinder- und Jugendliteratur.
http://brittasbuecher.jimdo.com/


©byChristine Erdic

Montag, 8. Mai 2017

Zu Besuch bei den Hobbits

Neuseeland eignet sich mit seinen vielseitigen Landschaftsbildern wohl wie kein anderes Land als Kulisse für die Dreharbeiten des „Hobbit“ und „Herr der Ringe“.


Hobbingen oder Hobbiton (im englischen Original) in Neuseeland ist der Originalschauplatz der mit 17 Oscar ausgezeichneten Herr-der-Ringe-Trilogie von Peter Jackson nach dem Roman von J.R.R. Tolkien.
Regisseur Peter Jackson erkundete mit dem Hubschrauber auf der Suche nach dem geeigneten Drehort die Gegend und wurde auf dem Gelände einer der größten Schaffarmen Neuseelands fündig.


Nach den erfolgreichen Verhandlungen mit der Eigentümer Familie, den Alexanders, begann die Errichtung des bekannten Hobbit-Dorfes. Die neuseeländische Armee baute eine Straße, die Film-Architekten und Ausstatter erschufen das Dorf und schließlich rückte das Filmteam mit seinen 400 Mitarbeitern an.
Die monatelangen Außendrehs zur Herr-der-Ringe-Trilogie konnten beginnen.


Nach den Dreharbeiten begann man alles wieder abzureißen.
Erst im Jahr 2011 wurde das Dorf für die Hobbit-Filme wieder neu aufgebaut.


Heute kann man Touren nach und durch Hobbingen buchen.
Hier ist selbstverständlich alles exakt auf die recht kleinen Hobbits zugeschnitten.
Mehr als  40 Hobbit Behausungen liegen vor einem, locker über den Hang verstreut.


Es macht fast nichts aus, dass  alles nur Filmkulisse ist, und die Häuser nur Atrappen. (Das Innenleben für alle Szenen wurde in den Jackson-Studios in Wellington gedreht.)
Doch die Vorgärten sind liebevoll und detailverliebt gestaltet.
Der scheinbar gerade eben noch benutzte Trinkbecher oder das Werkzeug sind noch nicht weggeräumt.


Es gibt sorgfältig angelegte Gemüsebeete. Das frisch geerntete Gemüse und Obst oder die ausgelegten Backwaren und nicht zuletzt die frisch aufgehängte Wäsche vermitteln den Eindruck, dass die Bewohner noch in der Nähe sind.


Kunstvoll angelegt sind auch die Obstbäume und Gemüsegärten, Teiche, Seen und die klappernde Wassermühle sowie eine steinerne Brücke. 


Dass das Dorf für die Ewigkeit gebaut zu sein scheint, macht durchaus Sinn, kommen doch jährlich seit der Eröffnung 2001 mittlerweile 450.000 Besucher! 200 Angestellte kümmern sich um den reibungslosen Ablauf.
Das berühmte Gasthaus “Zum Grünen Drachen” wurde stilecht der Einkehr aus dem ersten “Der Herr der Ringe”-Film nachgebaut, ist voll funktionsfähig und für die Öffentlichkeit zugänglich. “Wir brauen hier unser eigenes Hobbit-Bier, unseren eigenen Apfel-Wein und servieren zum Essen nur Hausgemachtes,” erklärt der Manager nicht ohne Stolz. Alle Besucher bekommen ein Getränk umsonst. Das rustikale Ambiente bis hin zum steinernen Bierseidel ist perfekt. Allerdings: “Die Seidel fallen leider immer wieder Souvenir-Jägern zum Opfer, auch wurden schon unsere “Herr der Ringe”-Karten von den Wänden gestohlen!”

                   Hobbiton-Foto: Urgemütlich ist es im neuseeländischen Pub "Zum Grünen Drachen"

Hobbingen und der “Grüne Drache” stehen auch für Feierlichkeiten bereits hoch im Kurs: “Wir haben hier ganze Gesellschaften, die den Pub anmieten,” so der Manager weiter. “Und aus Großbritannien reisten kürzlich zwei Familien an, um ihre erwachsenen Kinder hier bei uns in Hobbingen zu verheiraten. Die haben das ganze Dorf gebucht und die Zeremonie fand unter dem großen Party-Baum statt.”
Und hier befindet sich das Hobbitdorf: 501 Buckland Road, Hinuera, Matamata, Neuseeland.


Wem es allerdings zu weit nach Neuseeland ist, der möge sich mit Kobold Nepomuck auf eine Reise zu den Hobbits machen.

„Mit Nepomuck auf Weltreise“ ist ab dem 12.05.2017 überall im  Buchhandel (Deutschland, Österreich, Schweiz) zu beziehen. Eine Weltkarte, auf der man die besichtigten Orte eintragen kann, begleiten das lehrreiche und informative Buch ebenso wie bunte Illustrationen oder Ausmalbilder der Künstlerin Reni Becker.


Wie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon, und wie leben die Eskimos heute? Was passiert, wenn ein norwegischer Kobold auf einen irischen Leprechaun trifft, und was kann man im Karina-Verlag so alles anstellen? Begleitet den lustigen Kobold Nepomuck auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien und lernt Menschen, Tiere und verschiedene Kulturen hautnah kennen. Folgt ihm auf den Spuren der Hobbits, und werft mit ihm seinen ersten Bumerang. Die tollsten Abenteuer warten auf euch, denn wo Nepomuck sein Unwesen treibt, da wird es nie langweilig!

https://www.amazon.de/Mit-Nepomuck-Weltreise-Karina-Verlag/dp/3961112762/ref=sr_1_31?ie=UTF8&qid=1493023087&sr=8-31&keywords=christine+erdiç

Leseprobe:
Hobbits und Pinguine

Nepomuck kennt die Hobbits aus den Filmen „Der Hobbit” und „Herr der Ringe”. Fasziniert begutachtet er die 44 Hobbithöhlen, die geschickt in ein grünes Auengelände eingepasst und durch Wege miteinander verbunden sind. Es gibt außerdem Mini-Seen, kleine Bäche, eine klappernde Wassermühle, eine steinerne Brücke und liebevoll mit Blumen und Obstbäumen bepflanzte Gärten mit Holzzäunen und Minibriefkästen. Ganz wie im Film. Alle sind begeistert. Der große Eichenbaum vor Bilbos Haus besteht allerdings nur aus Plastik.
„Der ist ja gar nicht echt!“, ruft Nepomuck etwas enttäuscht. Dafür hat man von hier oben aber einen schönen Blick über ganz Hobbingen. Das entschädigt. Ein guter Platz für ein Picknick mit Keksen und Limonade, findet der Kobold.
„Die Hobbits haben auch immer Hunger, genau wie Nepomuck“, lacht Kathy.
„Wo sind denn nun eigentlich die Hobbits?“, erkundigt sich der Koboldjunge, der nur auf ein Stichwort gewartet hat.
„Aber Nepomuck, die Hobbits sind doch nur Filmfiguren“, erklärt der Vater dem fassungslosen Kobold schmunzelnd.
„Ich habe sie doch selbst gesehen, dann muss es sie auch geben!“
Auch die Hobbithöhlen sind nur Attrappen: In ihnen befinden sich keine Räume mit Einrichtung, sondern nur halb ausgebuddelte Erdlöcher, stellen sie fest, als sie erwartungsvoll eine der farbigen runden Holztüren öffnen.
„Sicherlich sind die Hobbits nur einfach weitergezogen – so wie meine Vorfahren damals“, überlegt Nepomuck halblaut. Er bekommt plötzlich feuchte Augen. Zu sehr erinnert ihn Hobbingen an sein Kobolddorf in Norwegen. So lange bin ich nun schon unterwegs!
Ich habe viele schöne Länder gesehen, war in Europa, Asien, Afrika, Amerika und Australien. Aber nun wird es für mich wohl Zeit, endlich heimzukehren. Der kleine Kobold hat plötzlich starkes Heimweh.
Reka legt tröstend den Arm um ihn. „Ich schenke dir meinen Delfin. Er wird dich sicher wieder nach Hause geleiten“, flüstert sie ihm ins Ohr, und Nepomuck fühlt, wie ihm die Kette um den Hals gelegt wird. Dankbar schaut er das Mädchen an und wischt sich verstohlen eine Träne aus dem linken Auge. Na! Hoffentlich hat sonst keiner etwas gemerkt.
„Damit ihr nicht allzu enttäuscht seid, gehen wir jetzt in den „Green Dragon“, die Kneipe der Hobbits“, schlägt Vater aufmunternd vor. Ob er doch etwas ahnt?
Der „Grüne Drache“ ist ein rustikales Gasthaus im Hobbit-Stil. Die Überraschung ist wirklich gelungen! An den Wänden kann man Bilder, Hüte und Mäntel der Hobbits bewundern.
„Ich wusste doch, dass es sie gibt“, triumphiert der Kobold mit glänzenden Augen.

                                                     Illustration © by Reni Becker 


©byChristine Erdic