Samstag, 24. September 2022

Irland, grünes Juwel im Atlantik

Wenn man an Irland (die irische Republik) denkt, kommen einem grüne Wiesen, moosbedeckte Wälder und natürlich Pubs sowie das weltberühmte Guinness in den Sinn. 


Dieses Gebräu hat leider einen etwas bitteren Beigeschmack – ich muss dazu gestehen, dass ich einen fruchtigen Wein einem Bier vorziehe.


Was die irische Natur anbelangt, so ist sie wohl einzigartig. Nirgends habe ich Wiesen unter meinen Füßen gespürt, die nach einem erfrischenden Regenguss - und von denen gibt es reichlich - so elastisch federn. Wenigstens einmal in seinem Leben sollte man barfuß über diesen magischen Boden laufen.


Die Iren sind ein naturverbundenes Volk, sie achten ihre Umwelt. Nirgends sah ich so saubere Grünflächen wie in Irland. Dabei dienen diese keineswegs zur Zierde. Sie werden genutzt! Es wird gepicknickt und sich gesonnt, dennoch wird kein Müll hinterlassen


Das würde die irischen Naturgeister wie Leprechaun, Banshee und Pooka sicherlich auch erzürnen.


                         Kobold Nepomuck zu Besuch im Leprechaun-Museum von Dublin

 

Dublin, Irlands Hauptstadt, ist eine der dynamischsten und jugendlichsten Städte Europas. Zusammen mit dem gleichnamigen County bieten sich dem Besucher weit mehr Möglichkeiten, Unterhaltung, Freizeit und Kultur zu genießen, als man zunächst vermutet. Dublin blickt auf eine mehr als 1000 jährige Stadtgeschichte zurück und wirkt dennoch sehr jung, da in Irland fast 1/3 der Bevölkerung jünger als 25 Jahre ist. Zudem ist die Stadt Anziehungspunkt für Studenten aus aller Welt.


Von den gut 3 ½ Millionen Einwohnern der Republik Irland lebt ein Viertel der Bevölkerung in der Hauptstadt. Dublin ist mit seinen Vororten zur Millionenstadt avanciert.




Die Temple Bar Gegend wurde renoviert und beherbergt jetzt unter anderem die irische Filmindustrie. Das Viertel ist ein Synonym für die irische Lebensfreude; zahlreiche Pubs, elegante Restaurants und schicke Hotels konnten sich neu etablieren. Ebenso erstrahlt das einst marode Dockviertel, welches zu einem Finanz- und Bankenzentrum umgebaut wurde, wieder in neuem Glanz.


Höhepunkte eines Dublin Aufenthaltes sind unter anderem die Besichtigung von Trinity College, der ältesten Universität Irlands, ein Besuch der zwei bedeutendsten Kathedralen St. Patrick' Cathedral und Christchurch Cathedral oder auch ein Rundgang durch den Guinness Hop Store und die Old Jameson Whiskey Destillery, um Irlands bekannteste Exportprodukte kennen zu lernen. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Stationen in Dublin, die einen Besuch lohnenswert machen.



 


                                                             Im ältesten Pub Dublins



Grüne Hauptstadt

Während eines Stadtrundganges sollte man sich Zeit nehmen, und auch einmal eine Ruhepause in den grünen Lungen Dublins einplanen, so z.B. im Saint Stephen's Green Park, nicht weit entfernt von all den schönen Bürgerhäusern am Merrion Square, oder aber im Dublin Zoo, der einen Vergleich mit den Tierparks auf dem Kontinent nicht zu scheuen braucht.



                               Badevergnügen der Dubliner bei ca. 14 Grad Lufttemperatur ...

(Text-Quelle: https://www.irland-reise.net/)

 

An der irischen Westküste, wo der Fluss Corrib ins Meer mündet, erwartet Sie das charmante Galway.



Dank der besonderen Lage konnte sich die Stadt zur drittgrößten Hafenstadt Irlands  entwickeln und verzaubert Reisende mit seiner einzigartigen Mischung aus reicher Geschichte und moderner, lebensfroher Atmosphäre, da rund ein Viertel der Bewohner hier aus Studenten besteht.



Die Altstadt mit ihren kleinen Gassen und zahlreichen Sehenswürdigkeiten lädt zu entspannten Spaziergängen ein. Zentrum der Stadt ist der Eyre Square aus dem 18. Jahrhundert, um den sich Pubs, Restaurants und Geschäfte angesiedelt haben. Insgesamt also kein Wunder, dass Galway im Jahr 2020 die Kulturhauptstadt Europas ist. 




(Text-Quelle: https://www.tourlane.de/)


Tipps: Besuchen Sie unbedingt den kleinen aber feinen Wochenendemarkt und Aunty Nellie!s Sweet Shop,  lassen Sie sich im Teestübchen in der Altstadt verwöhnen und entdecken Sie besondere Geschenkideen im Treasure Chest:








Cork, die Aran Islands (ıch berichtete in einer älteren Ausgabe) und viele andere schöne Orte warten darauf, entdeckt zu werden!

 



Buchtipp für Kinder



Nepomuck und Finn: Mission Umweltschutz

Ein Kinderbuch in Deutsch und Englisch

Dicke Luft, Müll im Wald und Gift im Wasser: Unsere Umwelt ist in Gefahr und damit leider auch unsere Gesundheit!
Kobold Nepomuck und Mäuserich Finn machen sich große Sorgen um die Natur. In ihren Geschichten erzählen sie Dir von ihren Erlebnissen in deutscher und englischer Sprache.
Die Verschmutzung von Wald, Gewässern und Luft geht uns alle etwas an. Niemand ist zu jung oder zu alt, und es ist höchste Zeit, endlich zu handeln.
Begleite die beiden Freunde auf ihrer wichtigen Mission, und hilf ihnen, aktiv etwas für unseren Planet Erde zu tun.
Natürlich gibt es zum Schluss als Bonbon wieder eine kleine Überraschung. Du darfst also schon mal gespannt sein! Doch vorerst viel Spaß beim Lesen!




Bad air, trash in the forest and poison in the water: our environment is in danger and unfortunately, with it so is our health!
Goblin Nepomuck and Mouse Finn are very worried about nature. In their stories they tell you about their experiences in German and English.
The pollution of forests, water and air concerns all of us. Nobody is too young or too old and it is high time to finally do something.
Accompany the two friends on their important mission and help them to actively do something for our planet Earth.
Of course as usual, there is a little "surprise candy" at the end. So you can already be curious! But for now, have fun reading!

ISBN-13: 9783752616774

https://www.bod.de/buchshop/nepomuck-und-finn-mission-umweltschutz-britta-kummer-9783752616774

 

Leseprobe aus dem Buch

Müll im Wald



Mein Bruder Norbert hat mal im Wald eine interessante Baumhöhle entdeckt, aber natürlich war sie nicht groß genug für uns alle. Ich ließ mich also auf einen Baumstumpf fallen und sprang sofort wieder auf. „Autsch!“, rief ich laut und hüpfte von einem Plattfuß auf den anderen. Kobolde tragen nämlich keine Schuhe, denn sie lieben den direkten Kontakt mit dem Waldboden, aber das wisst ihr ja schon.

Aus dem ausgehöhlten Baumstumpf schaute ein grimmiges und borkiges Gesicht mit bösen kleinen Augen und einer enorm langen roten Nase heraus. „Ein Wurzelzwerg! Ist man denn nirgends vor euch sicher?“, schrie ich erbost. „Dann pass doch gefälligst auf, wo du dich hinsetzt! Du nimmst mir ja die Luft zum Atmen!“, wetterte der Wurzelzwerg mit schriller Stimme. Vorsichtig befühlte ich mein schmerzendes Hinterteil. Grimmhold, so hieß der Zwerg, wie sich später herausstellte, hatte ordentlich zugebissen und dabei mit seinen Zähnen kleine Spuren in meiner grünen Latzhose hinterlassen.

Einige Kobolde schlugen vor, sich ein wenig im Tannenwald umzuschauen. Inzwischen hatten wir auch Hunger bekommen, und vielleicht konnten wir ja ein paar Beeren oder Pilze finden. So sprangen wir fröhlich und singend durch den Wald, denn wir sind meist gut aufgelegt und voller Lebensfreude. Schmatzend aßen wir von den leckeren Waldhimbeeren und erspähten sogar Brombeersträucher. Plötzlich entdeckte ich etwas silbrig Glänzendes.

„Das ist eine Blechdose, da haben die Menschen manchmal Essen oder Cola drin.“  Kopfschüttelnd nahm ich das Teil in meine Hand. „Was ist Cola?“, wollte Klara, ein Koboldmädchen mit lustig abstehenden Zöpfen wissen. „Ein braunes Getränk mit viel Zucker … aber da ist ja noch mehr!’’ Ich deutete entsetzt auf einen kleinen Berg aus leeren Kartons, Blechdosen, Plastikbechern und sogar zerbrochenen Glasflaschen. So ein Gemülle, uns war der Appetit jetzt aber gründlich vergangen. Gemeinsam beschlossen wir, uns in den Kartons zu verstecken, um herauszufinden, wer den schönen Wald so verschmutzt hatte.

Aber wir mussten uns gedulden, noch blieb alles ruhig. Ich gähnte herzhaft, und ein paar andere Kobolde waren sogar schon eingenickt. Grimmhold hat inzwischen die Wurzelzwerge alarmiert, sie verbargen sich in morschen Baumstümpfen und hinter Brombeerbüschen.

Da, endlich wurden Stimmen laut. Heftig stieß ich dem schnarchenden Kobold neben mir den Ellenbogen in die Seite. Der grunzte auf, und ich legte schnell den Finger an meine Lippen. Eine Gruppe Jugendlicher erschien, drei Mädchen und zwei Jungen. Sie trugen Plastiktüten bei sich und ließen sich auf ein paar Baumstümpfen nieder. Dann holten sie Coladosen und Bierflaschen aus ihren Tüten. Fröhlich prosteten sie sich zu, und wir hielten den Atem an. Die erste leere Flasche flog schwungvoll ins Gebüsch, haarscharf am Kopf eines Wurzelzwergs vorbei. Dann folgte eine Coladose. Wütend knirschte ich mit den Zähnen. Eine leere Plastiktüte wurde kurzerhand an einen Tannenzweig gehängt. Jetzt zündeten sich die Jugendlichen auch noch Zigaretten an und öffneten neue Dosen und Flaschen. Die glühenden Kippen warfen sie einfach hinter sich, bevor sie sich über eine Packung mit Chips hermachten. Das ging entschieden zu weit!

Wir krochen lautlos aus unseren Kartons hervor und bildeten einen Kreis um die Fünf, die nicht wussten, wie ihnen geschah. Dazu kamen diese schrecklich stechenden Schmerzen im Allerwertesten. Die in den Baumstümpfen versteckten Wurzelzwerge bissen nämlich gnadenlos zu, und hinter dem Busch tauchten noch mehr dieser kleinen garstigen Wesen, die wie Baumrinde aussahen, auf. Die Jugendlichen sprangen auf und hielten sich zitternd die Ohren zu, denn jetzt ging es erst so richtig los. Die Wurzelzwerge zeterten in den höchsten Tönen, und die Kobolde brachten jeden zu Fall, der versuchte, den Platz zu verlassen. Schließlich kletterte ich auf einen Baumstamm, und es wurde plötzlich ganz ruhig im Wald. Benommen schüttelten die Eindringlinge ihre Köpfe. Das konnte nur ein Albtraum sein, oder doch schon die Wirkung des Alkohols?

„Wisst ihr nicht, dass euer fortgeworfener Müll dem Wald, den Pflanzen und den Tieren schadet? Eine Blechdose braucht etwa hundert Jahre, um zu verrotten. Bei Plastik dauert es noch sehr viel länger. Gifte und Rückstände geraten in den Boden und verschmutzen das Grundwasser. Eine offene Konservendose kann mit ihren scharfen Rändern die Waldtiere ernsthaft verletzen. Teile von Plastiktüten können zu Einschnürungen und Verstümmelungen an den Läufen der Wildtiere, die sich darin verheddern, führen. Auch für die Vögel besteht große Gefahr. Oftmals kann das  Regenwasser durch den Einbau von Plastiktütenstreifen in ein Vogelnest nicht mehr richtig abfließen, und die Jungvögel ertrinken qualvoll. Füchse, Hasen, Rehe und andere Wildtiere, die auf Futtersuche sind, können Plastiktüten und andere Abfälle fressen oder sogar daran ersticken. Glas und brennende Zigarettenkippen haben schon öfter Waldbrände ausgelöst und Bäume und Pflanzen in großem Ausmaß vernichtet. Bei solchen Bränden kommen auch die Tiere des Waldes in den Flammen um oder verlieren ihren Lebensraum.“ Ich hatte meine Fäuste in die Seiten gestemmt und schaute ernst und anklagend zu den Jugendlichen auf. „Wollt ihr das wirklich?“

Betreten sahen die Fünf sich an. Darüber hatten sie gar nicht nachgedacht, als sie den Müll und die Zigarettenkippen so einfach wegwarfen. Groß und stark haben sie sich gefühlt und unendlich frei. Und jetzt erst erkannten sie, was sie anderen Lebewesen damit antun und am Ende auch sich selbst, denn wie würde ein Leben ohne den Wald und all die Tiere aussehen? Nein, das wollten sie nicht!

„Was können wir jetzt tun? Und was seid ihr überhaupt für Wesen? Euch haben wir noch nie hier gesehen“, sie waren wirklich zerknirscht und schuldbewusst. „Wir sind Kobolde - und unsere Freunde mit den spitzen Zähnen hier, das sind Wurzelzwerge.“ Nepomuck deutete grinsend zur Seite, wo Grimmhold mit seiner grimmigen Miene seinem Namen gerade alle Ehre machte. Wir steckten unsere Wuschelköpfe zusammen und tuschelten leise miteinander. Dann sagte ich: ,,Wir haben euch einen Vorschlag zu machen. Ihr räumt den ganzen Müll schleunigst weg! Wie ihr das macht, ist euer Problem. Und ihr versprecht uns, nie wieder etwas in den Wald zu werfen. Ansonsten war das heute ein Kinderspiel gegen das, was euch erwartet, wenn ihr euch hier je wieder blicken lasst!“ Die Fünf nickten und begannen hektisch, ihren Müll in die Plastiktüten zu stopfen. Dann machten sie sich an den Haufen hinter den Büschen und warfen Teil um Teil in die Pappkartons. Zwischendurch schauten sie immer wieder ängstlich zu uns und den Wurzelzwergen hinüber, die das Ganze beobachteten.

Wir verließen den Platz nicht eher, bis auch der letzte Karton mit Müll abtransportiert war. Dazu mussten die Jugendlichen jedes Mal einen weiten Weg zurücklegen. Es war schon fast dunkel, da kehrte endlich Ruhe ein. Die Menschen waren fort und würden so schnell sicher nicht zurückkehren. Wir Kobolde zogen uns zu einem Mahl aus köstlichen Steinpilzen und leckeren Waldbeeren zurück, und die Wurzelzwerge machten es sich wieder in ihren Baumstümpfen gemütlich. Nur die Eule hielt einsam Wacht dort oben in den Zweigen und freute sich, dass der Müllhaufen, der den schönen Wald verschandelt hatte, endlich verschwunden war.

Max klatscht begeistert in die Hände. „Denen habt ihr es aber gezeigt!“

„Wenn wir doch nur jedem Umweltsünder so eine Lektion erteilen könnten“, schmunzelt Oma.

„Das war ja noch harmlos. Wenn wir Kobolde richtig wütend werden ist es aus mit lustig“, sagt Nepomuck nachdenklich. „Hört euch die nächste Geschichte mal an!“




 

©byChristine Erdic

 

 

Freitag, 24. Juni 2022

Zu Besuch im Obscurum Thale

Der malerische Ort Thale im Harz hat allerhand zu bieten: Tierpark,  Hexentanzplatz und Rosstrappe sowie ein auf dem Kopf stehendes Hexenhaus (ich berichtete zuvor).







Aber kennen Sie auch das Museum der Hexerei und der dunklen Mächte? Wahrlich düster war das Mittelalter … doch auch mystisch. Lassen Sie sich verführen.

 




Museum der Hexerei und der dunklen Mächte.

Was heute noch in Märchen, Sagen und Gruselgeschichten überliefert ist, betrachtete man vor einigen Jahrhunderten als Realität. Dieses faszinierende und einzigarte Museum führt Sie in eine Zeit zurück, in der Zauberei und das „Böse“ überall lauerte. Im Glauben der Menschen waren Hexen, Vampire, Werwölfe, Geister und andere Kreaturen der Nacht Bedrohungen, welche Tod und Verderben brachten.
Finden Sie heraus, wozu man eine Hexenwaage, Drudensteine oder die Leber eines Einhorns brauchte. Wie schützten sich die einfachen Leute vor den wiederkehrenden Toten, die ganze Dörfer auslöschten? Woran erkannte man eine Hexe?



Entdecken Sie Schicksale und Namen hinter den Ausstellungsgegenständen. Wie wurde z.B. die Bestie von Gévaudan erlegt, was hatte es mit den Hexen von Salem auf sich, weshalb mauerte man Katzen unter der Türschwelle ein und wozu benötigte man eine Hexenflasche oder die Hand eines Gehenkten? Was steckt hinter Spuk-Erscheinungen und wie wollte Giovanni Aldini, der „Frankenstein von Bologna“ Tote zum Leben erwecken?
Mit unzähligen Exponaten und deren Geschichte auf über 400qm Fläche – vom „Vampir von Venedig“, Flugsalben und Krötensteinen über das Grauen der Hexenprozesse bis hin zu Abwehrzaubern gegen den bösen Blick, Rezepturen für den Liebeszauber und der wahren Geschichte der „Zombies“ finden Sie in dieser einzigartigen Ausstellung vieles, was ungläubiger Staunen aber auch Fassungslosigkeit über das Wesen des  Menschen vermittelt.


In den Monaten  April - Oktober ist das Museum von 10:00 -12:00 Uhr & 13:00 - 17:00 Uhr geöffnet.

(Quelle und weitere Infos: https://www.bodetal.de/poi/obscurum-thale-1/)




 

Buchtipp:

Neuerscheinung: Der Schrei der Elster

Brandneu auf dem Büchermarkt ist der spannende Mittelalterroman „Der Schrei der Elster“.

Jetzt auch als Print!

978-3753416397




 Buchbeschreibung:

Man schreibt das Jahr 1632, und die Pest wütet in Europa. Während die Menschen in den Ballungszentren der großen Städte dahinsiechen, suchen Regierung, Kirche und Gesellschaft nach Schuldigen. Jeder, der sich von der Masse unterscheidet, gerät schnell in Verdacht und somit in Gefahr, auf dem Scheiterhaufen zu landen. Sogenannte Hexenprozesse zwingen unschuldige Menschen unter unerträglicher Folter, falsche Geständnisse abzulegen. Betroffen sind in erster Linie jene Frauen, deren einziges Vergehen darin besteht, sich mit Kräutern und Heilsalben auszukennen oder die Zukunft vorhersehen zu can. Es ist das Zeitalter der Inquisition, die über Jahrhunderte hinweg über ihre blutigen Opfer fordern soll.

Die Heilerin Brunhilde gerät in den Verdacht der Hexerei und muss mit ihrer Tochter Maria aus der Stadt fliehen. Beim fahrenden Volk finden sie Unterschlupf, doch schon bald sollen sich Marias Albträume auf grauenhafte Weise erfüllen.

https://www.amazon.de/-/en/Christine-Erdic/dp/3753416398/ref=tmm_pap_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=&sr=

 

Leseprobe aus dem Buch

Brunhilde wusste, dass es gefährlich war. Die kleine Behausung lag am Rande der Stadt, und vorsichtshalber hatte sie die Fenster verdunkelt, um das Flackern der vier weißen Kerzen zu verbergen. Eine Kerze für jede Himmelsrichtung. Die etwa dreißigjährige Frau war mit einem weißen Gewand bekleidet und trug ihr langes dunkles Haar offen. Langsam erhob sie die Arme und sagte mit leiser anklagender Stimme: „Oh Hel, schau, was mit deinen Töchtern geschieht. Deine Wiege wird ihnen zum Grab und dein Weg ein glühender Pfad voller Schmerzen. Ich flehe dich an, im Namen Freyas, erhöre meine Bitte, und gib mir eine Antwort.“

Die Kerzen flackerten stärker, und durch die undichte Tür wehte ein kalter Wind. Das kleine Mädchen neben ihr hielt eine Schale mit Wasser hoch über den Kopf und fröstelte in ihrem dünnen Kleid aus grobem Leinenstoff. Das Haar reichte ihr bis an die Hüften und hatte fast den gleichen Farbton wie das naturfarbene Leinenkleid. Eine Sache, die in den Augen der Nachbarn seltsam war. Wie kam die Frau mit den dunklen Locken zu einem so hellhäutigen und blonden Kind?

Maria war alles, was ihr geblieben war, nachdem ihr Mann vor zwei Jahren von der Pest dahingerafft wurde. Irgendwie schaffte es Brunhilde, sich und die Kleine durch Gelegenheitsarbeiten durchzubringen. Das Herstellen ihrer Heilsalben aus Kräuterextrakten war inzwischen zu einer gefährlichen Angelegenheit geworden, und sie verkaufte nur noch an Stammkunden. Doch selbst da konnte man sich nicht sicher sein, und lieber verzichtete sie bei einer zahlungsunfähigen Abnehmerin auf das Geld, als sich diese zum Feind zu machen.

„Mama, es klopft!“ Brunhilde wurde aus ihren Gedanken gerissen und blies geschwind die Kerzen aus. Maria wartete, bis ihre Mutter alles in einer großen Holztruhe verstaut hatte und ging dann langsam zur Tür. „Wieso verdunkelt Ihr denn so früh? Ich dachte schon, es sei niemand daheim.“ Eine gebeugte alte Frau kam herein, und Brunhilde atmete erleichtert auf.

„Wartet Mutter Brehm, ich zünde nur ein Licht an“, sagte sie und lächelte freundlich. „Was kann ich für Euch tun?“

Die alte Frau litt seit langem an heftigen Rückenschmerzen, und Brunhilde hatte da genau die richtige Salbe.

„Ich komme, um Euch zu warnen.“ Das hutzelige Mütterchen hob sorgenvoll den Kopf und schaute der Jüngeren in die Augen.

„Man ist nicht gut auf Euch zu sprechen im Ort. Manch einer behauptet gar, Ihr steht mit dem Teufel im Bunde.“

„Ihr wisst, dass dem nicht so ist. Ich versuche nur, den Menschen zu helfen und ihnen die Schmerzen zu nehmen. Ansonsten verrichte ich mein Tagwerk wie jeder andere hier auch. Ich besuche regelmäßig die Gottesdienste und lasse mir nichts zu Schulden kommen“, erwiderte Brunhilde mit ruhiger Stimme.

„Ja mein Kind, ich weiß. Wenn ich es nicht wüsste, käme ich nicht hierher, um Euch zu warnen. Ihr solltet die Stadt gleich morgen in der Früh verlassen. Sie richten schon neue Scheiterhaufen außerhalb der Stadtmauern. Gestern hat die Erna aus der Gruberstraße gestanden und unter der Folter Euren Namen genannt …“

„Habt Dank Mutter Brehm. So werden wir denn die Stadt verlassen müssen, unser kleines Haus und das Wenige, was wir besitzen. Es geht auch um das Leben meiner Tochter, nicht nur um meines. Was soll aus ihr werden, wenn sie mich in den Kerker werfen?“ Schützend legte Brunhilde den Arm um die Schultern des kleinen Mädchens, dessen Augen vor Schreck weit geöffnet waren.

Nachdem Mutter Brehm mit einem Tiegel Kräutersalbe die Hütte verlassen hatte, machten sich Brunhilde und Maria ans Packen. Viel war es nicht, was sie mitnehmen konnten, nur das Nötigste, verpackt in Leinenbeutel. Auch die große Truhe musste zurückbleiben, nachdem ihr die wichtigsten Utensilien entnommen worden waren.

Mit einem letzten Blick in den armseligen Raum, der ihnen dennoch so viele Jahre Heimat gewesen war, schlossen Mutter und Tochter im Morgengrauen die Tür hinter sich. Ein neuer Weg lag vor ihnen, niemand wusste, wohin er führen und wie er enden würde: Ihre Flucht hatte begonnen.

Die Stadttore, die nachts aus Sicherheitsgründen verschlossen wurden, waren bereits geöffnet, und die Land- und Feldarbeiter konnten ebenso passieren wie die Grubenarbeiter und die Händler mit ihren Karren. Brunhilde und Maria mischten sich unter das bunte Volk und gingen ungehindert an den Torwachen vorbei. Die kontrollierten eher jene, die in die Stadt hineinkamen. Beide atmeten auf, als sie die Stadtmauern hinter sich gelassen hatten, aber auch jetzt galt es, vorsichtig zu sein.

Der Vogel hatte seine Schwingen ausgebreitet und schwebte mehr als dass er flog. Schwarz wie Lack und weiß wie Schnee glänzte sein Gefieder in der Morgensonne.

„Tschiriiiiiiiiiiik“, klang es fast zärtlich. Maria streckte die Hand aus, und die Elster landete geschickt auf ihrer Schulter.

„Da bist du ja, Elsa“, sagte sie erfreut. Der Vogel legte seinen Kopf zur Seite und betrachtete Maria aufmerksam mit seinen schwarzen Augen. „Wo hast du nur gesteckt? Ich habe schon befürchtet, du würdest uns nicht wiederfinden!“

Ihre Mutter lächelte nachsichtig.

„Elsa würde uns überall finden. So hat Hel meine Bitte erhört und uns durch ihren Boten erneut ein Zeichen ihrer Verbundenheit und ihres Schutzes gegeben.“

„Ist Elsa ein Bote Hels?“ Maria war etwas verwundert, denn seit der Vogel vor ein paar Monaten entkräftet vor der Tür gelegen und sie ihn aufgepäppelt hatte, war er handzahm geworden und kehrte immer wieder zu dem kleinen Haus am Stadtrand zurück.

„Elstern gelten als Götterboten, aber sie verkünden auch Unheil und Tod, sagt man. Hel selbst wird von Elstern begleitet und ist auch bekannt als germanische Göttin des Todes und der Unterwelt.“

Das war unheimlich, und das Kind schauderte. Es schaute zweifelnd auf Elsa, die sich mit ihrem scharfen Schnabel an einem Knopf auf seinem Umhang zu schaffen machte.

Plötzlich gab der Vogel ein warnendes ,Schäck schäck’ von sich und erhob sich in die Luft.

„Da kommt jemand.“ Brunhilde trat hastig hinter eine Gruppe dichter Büsche und zog Maria mit sich. „Psssssssssst…“

Nach einer ganzen Weile hörten auch sie den Hufschlag: Ein paar Reiter passierten auf ihren Pferden den unbefestigten Weg und hüllten die Landschaft in eine dichte Wolke aus Sand und Staub. Erst als es wieder ruhig war, kehrte Elsa zurück.

„Wo sollen wir nun hingehen?“ Mutter und Tochter sahen sich ratlos an. „Wir haben weder Besitz noch Verwandte in der Nähe. Es sei denn, wir schließen uns dem fahrenden Volk an, ich bin ja bei ihnen aufgewachsen. Wenn ich nur wüsste, wo sie jetzt sind’’, überlegte Brunhilde halblaut. Ihre Herkunft war auch ein Grund, weshalb man sie nie anerkannt hatte in der Stadt, in die sie ihrem Mann damals gefolgt war.

Elsa erhob sich mit einem schrillen Schrei in die Luft und flog davon.

„Was hat sie denn nun schon wieder?“ Aufgeregt hielten die zwei Ausschau. Drohte erneut Gefahr? Doch es war nichts zu sehen, und so setzten sie ihren Weg fort und entfernten sich immer weiter von der Stadt.

„Schau, da ist Elsa ja wieder, und sie trägt etwas im Schnabel“, sagte die Mutter. Die Elster setzte zum Landen an und ließ einen Gegenstand auf den Sandweg fallen. Eine goldene Kette mit einem Medaillon. Brunhilde hob ihn auf und erstarrte.

„Die Kette meiner Großmutter, der Anhänger mit der Mondsichel! Das fahrende Volk muss ganz in der Nähe sein! Dort müssen wir hin, dann sind wir in Sicherheit. Elsa, wo hast du die Kette gefunden? Führe uns …“ Und der Vogel breitete langsam seine Flügel aus und stieg in die Luft.




 

©byChristine Erdic

 



Dienstag, 17. Mai 2022

Ein Trip zu den Aran Islands

 

Die drei Aran-Inseln Inis Mór, Inis Meáin und Inis Oírr liegen 48 km vor der Bucht von Galway. 




Machen Sie einen Trip auf dem Wild Atlantic Way, entdecken Sie wilde und atemberaubend grüne Landschaften, reetgedeckte Cottages und friedlich grasende Schafe.




Typisch für die Inseln und Westirland sind die kreuz und quer verlaufenden Mauern, die aus losen Steinen so gebaut sind, dass der Wind sie passieren kann. 




Die Aran Islands inspirieren seit jeher Schriftsteller, Dichter und Künstler sowie Menschen, die hier herkommen, um sich zu erholen und die Verbindung zum ursprünglichen Landleben in Irland zu suchen.




Auf allen drei Inseln ist Irisch die dominante Sprache. In den Schulen werden, im Gegensatz zu denen auf dem irischen Festland, alle Fächer in der Muttersprache Gälisch unterrichtet. Viele Iren schicken ihre Kinder deshalb auf die Sommerschule nach Inis Mór.




Die Anreise ist einfach: Fähren verkehren das ganze Jahr täglich von Rossaveal (Ros a Mhíl) in der Nähe der Stadt Galway, und in den Sommermonaten auch von Doolin aus. Alternativ bietet sich ein acht minütiger Flug mit Aer Arann, ein unvergleichliches Erlebnis!




Inis Mór ist übrigens die größte der drei Inseln („Mór“ bedeutet auf Irisch „groß“) und hat rund 900 Einwohner. Obwohl die Insel nur 12 km lang und 3 km breit ist, finden sich hier viele historische Stätten. Sehenswert sind zudem Dun Aengus, das Felsenbecken Pull na bPeist, die Seven Churches  und die Puffing Holes.




Sie haben die Wahl, die Insel auf eigene Faust per Fahrrad oder im Rahmen einer Führung mit Kleinbus oder Pferdewagen zu erkunden.





Im Hauptdorf Kilronan finden Sie Läden mit Souvenirs, den berühmten Aran-Pullovern, Restaurants, Cafés und Unterkünfte.





Nennenswert sind die kleinen Häuser der Leprechauns, der irischen Kobolde, die so manch einen Vorgarten der Einwohner zieren. Gerade auf den Aran Islands ist der Glaube an die kleinen Naturwesen und Elfen noch sehr lebendig.










Inis Meáin bedeutet „die in der Mitte“. Diese Insel legt besonderen Wert darauf, ihre Traditionen auch in unserer heutigen Zeit zu pflegen. Hier werden in der Inis Meáin Knitting Company die Aran-Pullover produziert.




Inis Oírr

Inis Oírr (die Südliche) ist die kleinste Aran-Insel (gerade mal knapp 3 km lang und nur 2 km breit) und dem Festland am nächsten gelegen. Mit seinem puderweichen weißen Sandstrand, der von kristallklarem Wasser umspielt wird, und seiner unter Naturschutz stehenden Flora, ist die Insel ein wirkliches Kleinod. Tipp: Entdecken Sie die Insel mit einem von Pferden oder einem Traktor gezogenen Wagen.




Erwähnenswert ist noch der keltische Friedhof mit der versunkenen Kirche Saint Caomhán nahe des Hafens.




Und hier eine kleine Geschichte über Kobolde und Leprechauns!




Das Versteck des Leprechaun

Nepomuck liegt bäuchlings auf der Wiese und stützt den Kopf in beide Hände. Aufmerksam schweift sein Blick umher. Hier ist alles so grün, fast unwirklich! ‚Doch der matte smaragdgrüne Schimmer, der über allem liegt, tut mir gut, ebenso wie die milde Luft. Allerdings kann es jederzeit anfangen zu regnen. Tja, das ist eben Irland!‘

„Nepomuck, so komm doch endlich! Wir wollen Ball spielen!“

Das sind die Zwillinge Kilian und Kiara: Sieben Jahre alt und kaum voneinander zu unterscheiden mit ihren grünen Augen, den vielen Sommersprossen und dem feuerroten Haar.

‚Viele Menschen hier sind rothaarig, stellt Nepomuck fest, so wie meine Freundin Peggy, die ich in Deutschland kennengelernt habe und die jetzt schon seit einem Jahr in Norwegen lebt, um dort das Fressverhalten der Elche zu studieren.‘

Der kleine Kobold spürt plötzlich einen Anflug von Heimweh in sich aufsteigen. Schnell springt er deshalb auf und jagt Kiara den Ball ab. Nach kurzer Zeit blitzen seine schwarzen Augen wieder unternehmungslustig mit denen der Zwillinge um die Wette. Ein Kobold kann eben einfach nicht lange traurig sein.

Nepomuck fühlt sich ja auch sehr wohl hier: ‚Besonders gut gefallen mir die bunten Haustüren, die die irischen Häuser schmücken. Manchmal sind aber auch die Häuser bunt und die Haustüren weiß.‘

Nepomuck – selbst ein richtiger Künstler, der sich damit auskennt – hat in seinem norwegischen Kobolddorf viele Haustüren geschnitzt und angemalt. Vor den Türen in Irland sitzen oftmals alte Männer und paffen friedlich ihre Pfeife.

Beim Frühstück erlebte Nepo freilich erstmal einen kleinen Schock: auf seinem Teller: Speck, je eine Scheibe Blut- und Leberwurst und Würstchen! Nun, es existieren nur wenige Kobolde, die überhaupt Fleisch mögen. Zum Glück des Gourmets mit besonderem Hang zu Süßem gab es aber auch „Scones“, ein englisches Gebäck, das er mit Ahornsirup und Marmelade genüsslich verzehrte.

Nepomuck tritt kräftig gegen den Ball – und nimmt im gleichen Augenblick aus den Augenwinkeln eine huschende Bewegung wahr.

„Was war das?“, wundert er sich.

„Ach, sicher nur ein Leprechaun“, vermutet Kilian achselzuckend.

„Was ist ein ‚Leprechaun?“, Nepomuck lässt das seltsam klingende Wort ganz langsam über seine Zunge rollen.

„So nennen wir die Kobolde hier in Irland“, erklärt Kiara.

„Sie sind sehr neugierig und beobachten uns gern. Allerdings sind sie richtige Einzelgänger und immer allein unterwegs.“

„Ganz anders als bei uns“, überlegt Nepomuck. „Wir finden es in Gruppen viel lustiger. Was macht denn ein einzelner Leprechaun den ganzen Tag? Wird ihm nicht langweilig?“

Kilian schüttelt den Kopf.

„Nein, die sind immer beschäftigt, stellen zum Beispiel Schuhwerk für Elfen her und …“

„Sie sind sowas von geizig!“, ruft Kiara dazwischen. „Manchmal erblickt man einen von ihnen, wie er einen Topf mit Goldstücken schleppt, um ihn zu verstecken. Das Versteck befinde sich am Ende des Regenbogens, heißt es. Schon so mancher hat versucht, einem Leprechaun seinen Topf abzujagen – aber falls es gelang, verschwand das Gold, sobald er es ausgeben wollte.“

Neben Nepomuck raschelt es, und jetzt sieht er den Leprechaun, der tatsächlich noch wesentlich kleiner ist als er selbst! Auf seinem Kopf sitzt ein grüner Hut, und auch seine Jacke ist grün. So wäre er eigentlich gut getarnt – wenn, ja, wenn sein feuerrotes Haar nicht derart leuchten würde.

Langsam steht Nepomuck auf und macht einen Schritt auf den kleinen Wicht zu.

Meine Güte! Der ist ja mit seinem zerknitterten Gesicht und den böse dreinblickenden Augen fast so hässlich wie die Wurzelzwerge daheim. Und lustig ist er auch nicht, denkt er.

„Kommt, wir jagen ihm sein Gold ab“, begeistert sich Kiara und springt auf. Der Leprechaun kreischt erbost auf und saust blitzschnell davon.

„Wir müssen uns trennen, sonst finden wir ihn nicht“, schlägt Kilian vor.

Gesagt, getan! Jeder sucht in einer anderen Richtung. Nepomuck findet schnell eine Spur. Es poltert laut – und, jawohl, da ist der Leprechaun! Sich auf der Flucht nach seinem Verfolger umschauend, scheint der Kleine dabei gegen einen Baum gelaufen zu sein. Jetzt sitzt er am Boden, reibt sich die Stirn und funkelt Nepomuck mürrisch an. Vom Topf mit Gold keine Spur.

„Du musst vor mir nicht davonlaufen!“ Nepomuck empfindet auf einmal Mitleid mit dem kleinen Wicht. „Ich bin auch ein Kobold – wie du. Ich bin in Norwegen daheim, aber meine Vorfahren stammen aus Rumänien, deswegen sehe ich anders aus.“

Der Leprechaun mustert sein Gegenüber prüfend und verzieht schließlich sein Gesicht zu einem schiefen Grinsen.

„Willst du mein Gold?“

Nepomuck schüttelt den Kopf.

„Ich brauche dein Gold nicht. Behalte es nur.“

Der Wicht macht ein verblüfftes Gesicht und kratzt sich ratlos am Kopf. Dann erhellt sich seine Miene, der Winzling springt auf, fasst in seine Hosentasche und drückt seinem norwegischen Kollegen eine goldene Münze in die Hand.

„Nimm sie als Souvenir! Weißt du, du bist der erste, der kein Gold von mir will. Möge es dir Glück bringen, Verwandter aus Norwegen – wo immer das auch sein mag.“ Noch ehe sich Nepomuck bedanken kann ist der Leprechaun bereits verschwunden.

Wenig später erzählt er den Zwillingen von seinem Erlebnis. Mit vor Aufregung angehaltenem Atem starren die zwei auf die Münze in seiner Hand.

„He! Jetzt bist du reich!“, jubelt Kiara, und Kilian schlägt vor Begeisterung Purzelbäume auf der Wiese. Der Kobold mit dem schwarzen Strubbelhaar schüttelt den Kopf:

„Nein! Ihr wisst doch: das Gold verschwindet, sobald man damit bezahlen will. Ist eben alles Illusion, nur ein Trick.“

„Ganz so stimmt das nicht“, widerspricht Kiara. „Der Leprechaun hat dir die Münze ja  geschenkt. Man sagt, das geschieht nur ganz selten und gilt als etwas Besonderes. Die Münze, die ein Leprechaun dir schenkt, kehrt immer wieder zu dir zurück, egal wie oft du sie ausgibst.“

Ganz allmählich fällt bei Nepomuck der Groschen, und auf einmal macht er einen Freudensprung.

„Das ist ja toll! Da habe ich im Kobolddorf aber was zu berichten!“ Seine kleine Faust schließt sich fest um die goldene Münze. Die drei sitzen noch lange auf der Wiese und erzählen sich gegenseitig Geschichten über irische und norwegische Kobolde, Feen und Elfen. Manchmal raschelt es leise in den Büschen. Na? Ob sie wohl belauscht werden?

(Aus dem Kinderbuch „Mit Nepomuck auf Weltreise”)




Mit Nepomuck auf Weltreise

Wie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon, und wie leben die Eskimos heute? Was passiert, wenn ein norwegischer Kobold auf einen irischen Leprechaun trifft, und was kann man im Karina-Verlag so alles anstellen? Begleitet den lustigen Kobold Nepomuck auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien und lernt Menschen, Tiere und verschiedene Kulturen hautnah kennen. Folgt ihm auf den Spuren der Hobbits, und werft mit ihm seinen ersten Bumerang. Die tollsten Abenteuer warten auf euch, denn wo Nepomuck sein Unwesen treibt, da wird es nie langweilig!

ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3755717102

(Auch als E-Book erhältlich!)




 ©byChristine Erdic