Mittwoch, 17. Juli 2019

Willkommen im Urlaubsparadies Kalabrien - Gioia Tauro


Kalabrien ist die Region im äußersten Süden der italienischen Halbinsel, umgeben von kristallklarem Wasser des Tyrrhenischen und des Ionischen Meeres, nur durch die Straße von Messina von Sizilien getrennt.


Das mediterrane Klima, das türkisblaue Meer, die weißen Strände, die wilden und mysteriösen Berge, die intensiven Aromen und die authentische lokale Küche sowie die Spuren der Vergangenheit machen Kalabrien zu einem einzigartigen Ort, der allen Anforderungen gerecht wird.
Ein perfekter Ort für alle Naturliebhaber, Liebhaber von Düften und antiken Stätten und für diejenigen, die ein authentisches Ambiente, reich an Geschichte, Legenden und Kultur suchen.



Gioia Tauro ist eine gute Wahl für einen erholsamen Familienurlaub. Dieser 3 Kilometer lange Strand mit Duschen, tollen Bars und Restaurants ist ein komfortabler Ort, um den ganzen Tag zu entspannen.


Die kleine Stadt Gioia Tauro befindet sich fern ab vom Touristentrubel, aber wer es lebhafter mag, kann das weltbekannte Tropea in 40 Minuten erreichen.




Besonderer Tipp:
Vom Hafen aus geht ein Schiff zum Vulkan Stromboli..
Wer nicht nur Meer und Strand möchte, ist in 30 Minuten in tiefen Wäldern und herrlichen Bergen.

Tipp einer Insiderin: Hier können Sie sich einmieten!



Autorin Daggi Geiselmann lebt seit Jahren in Gioia Tauro:
"Manchmal frage ich mich, warum Band 1 "Einfach nur ICH...ich habe überlebt" bis jetzt am meisten gelesen wurde, von allen Büchern, die ich je geschrieben habe.
Kann es sein, dass jemand denkt, danach ist die Luft raus?
Da liegt ihr falsch, bei mir ist nie die Luft raus, auch heute noch nicht, wie ich feststelle. Bei mir ist immer was los, ich bin oft gegen "Gott und die Welt" kämpfe immer noch gegen Windmühlen, manchmal, aber für mich ist das besser als Duckmäuser zu sein oder aus Angst vor irgendetwas zu schweigen.
DER KAMPF GEHT WEITER!"

Einfach nur ICH...ich habe überlebt
http://goo.gl/0ZpWsy
Leseprobe aus dem Buch


Gioia Tauro – Marina
Ich war sofort begeistert von der kleinen Wohnung, die er gefunden hatte, vom Boiler, von drei Zimmern, von der kleinen Küche, dem kleinen Balkon, dem Vorgarten, den man mit einer Gartentür schließen konnte, sodass die kleine Maus nicht auf die Straße rennen konnte. Es war perfekt.
Nicht so modern wie in Deutschland, aber auch nicht wie im Zweiten Weltkrieg, denn so sah es in Molochio aus.
„Ich habe mein kleines Paradies gefunden”, dachte ich.
Dieser Eindruck verstärkte sich, als mein Mann mir das Meer zeigte. Es waren nur einige 100 Meter, keine fünf Minuten Fußweg zum Strand. An jenem Tag im August war das Wasser kristallklar, ruhig und einfach nur schön, ich zog sofort meine Sandalen aus und steckte die Füße hinein. Es war spät am Abend und es waren keine Badegäste mehr da. Am liebsten hätte ich mich sofort hineingeworfen. Das war unmöglich in den Kleidern, mein Mann wäre durch-gedreht. Aber er versprach mir, sobald wie möglich Badeklamotten zu kaufen, ich könnte dann mit der Kleinen ans Meer gehen, so oft ich wollte. Er selbst konnte nicht schwimmen und wollte nie baden gehen.
Die nächsten Tage waren wir mit dem Umzug beschäftigt, Michele musste gleich auf einem Schrottplatz anfangen, wo er mit Schneidbrenner das Gerümpel klein machte, das die Roma dort anschleppten.
Am darauf folgenden Sonntag hatte ich mir vom ersten Wochenlohn einen schicken, einteiligen Badeanzug gekauft und etwas Passendes für die Kleine. Dann ging es nachmittags ans Meer. Mein Mann begleitete uns, half beim Aufstellen des Sonnenschirmes und ermahnte mich noch tausend Mal, bloß gut aufzupassen und nicht zu tief reinzugehen, dann verschwand er wieder nach Hause.
Es war einfach nur schön, auch meine Tochter hatte sofort Riesenspass und entwickelte sich zur Wasserratte. Ich musste schon hart durchgreifen, damit sie nicht zu lange im Wasser blieb. Selbst blaue Lippen hinderten sie nicht daran, immer wieder quietschend „Mare, Mare” zu schreien und ans Wasser zu rennen.
Unser Leben schien endlich in geregelten Bahnen zu laufen und ich war glücklich. Seit langer Zeit wieder einmal richtig glücklich.


Weitere Bücher der Autorin:

Einfach nur ICH...und ich lebe immer noch - http://goo.gl/APdtDL

Einfach nur ICH...Jeanette ein außergewöhnlicher Junkie - http://goo.gl/1iamxJ

Plötzlich war alles anders. Wie ich lernte mit der Angst zu leben - https://goo.gl/WWDwvE

SAMMELBAND
https://amzn.to/2WOyozi



Mit ihrem Buchwerber bietet Daggi Geiselmann zudem Autoren die Möglichkeit, ihr eigenes Buch bewerben zu lassen.



©byChristine Erdic 

Sonntag, 23. Juni 2019

Paraguay für Abenteuerlustige

Kennen Sie Paraguay? Das vielseitige subtropische Land im Süden des amerikanischen Kontinents ist noch ein Geheimtipp, obwohl es schon lange auch ein attraktives Ziel für deutsche Auswanderer geworden ist. 



Wenn Sie nur Urlaub machen wollen, ist von Ende Oktober bis März die beste Reisezeit.  Die älteren Leute sprechen fast nur Guarani, ansonsten wird Spanisch gut verstanden.



Urlaub in einem Land ohne Meer, ohne Küsten, ohne Strände? Paraguay liegt im Zentrum Südamerikas und ist  neben Bolivien das einzige Land Lateinamerikas, dass keinen Zugang zum Meer besitzt, aber das braucht es auch nicht, denn dieses Land bezaubert auf seine ganz eigene Art und Weise mit einem riesigen Wasserfall mitten im Urwald, einem der längsten Flüsse der Erde oder Ruinenstädte, die als Weltkulturerbe zählen. 


Nicht umsonst ermittelten Meinungsumfragen bereits zweimal, dass die Paraguayer die glücklichsten Menschen der Welt sind.







Im Chaco  gibt es etliche Pumas, Jaguare und Ozelote zu bestaunen. Und auch die berühmten Iguazu-Wasserfälle kann man noch zu Paraguay zählen.
Paraguay ist noch ursprünglich und wenig erschlossen. Gerade das macht seinen Reiz aus.








Für Busfahrten sollte man auf jeden Fall viel Zeit und Geduld einplanen. Dafür sind die Busse billig, und spätestens nach der ersten Fahrt weiß man, weshalb sich die Busfahrer vor dem Losfahren immer bekreuzigen, schmunzel.  Unterkünfte findet man in allen Preissegmenten, vom Hotel oder Hostel bis hin zu Ferienhäusern, die man bei längeren Aufenthalten oft sehr günstig mieten kann. 


Die wichtigste und größte Stadt Paraguays ist die Hauptstadt Asunción.

Neugierig geworden?







Buchtipp:
Trag mich ins Leben


Abenteuer Paraguay
Alleingelassen und in die Enge getrieben, lässt die 57-jährige Katharina ihr altes Leben und ihr Heimatland hinter sich. Bereits mit dem Entschluss und den Planungen für den Neuanfang beginnt ihr Leben noch einmal turbulent zu werden. Trotz heftiger Zweifel begibt sie sich auf die Reise ans andere Ende der Welt. Ohne Sprachkenntnisse und auf sich alleine gestellt, überrollen Katharina die ersten bitteren Erfahrungen. Dann läuft ihr die Liebe über den Weg.
Ob, und was daraus wird, nun, lasst euch überraschen und genießt zugleich die Eindrücke eines wundervollen Landes, das so wenige kennen.

„Die wahre Geschichte einer deutschen Frau, die nach Paraguay auswandert in Romanform.“



Vorwort
Dies ist die Geschichte einer Auswanderung in ein fremdes Land.
Vieles entspricht den Tatsachen, wie Fehler, die aus Unwissenheit geschehen, doch es ist absichtlich in Romanform gehalten, auch der Phantasie wurde darin reichlich  Raum gelassen. Ich wollte ja keinen trockenen Reisebericht schreiben. Und gewiss keine Anleitung zum Auswandern.
Paraguay ist und bleibt auch heute noch ein Abenteuer. Und zu diesem Abenteuer lade ich den Leser ein.
Lernen Sie dieses wunderschöne Land und seine Menschen kennen und lieben.
So wie ich alles lieben gelernt habe.
Die andere Kultur, die andere Lebensweise, die uns zuerst so befremdlich erscheinen mag.
Doch wenn man es zulässt, kann man hier zu sich selber finden, sogar Glück finden. Vielleicht sogar ein Paar starke Arme, die einen sicher in dieses Glück tragen.
Vielleicht …




Katharina sah dem Kleinwagen mit dem Anhänger hinterher.
Er transportierte die erste Beiladung für sie zum Containerhafen.
In der Küche im Erdgeschoß war ein einziges Chaos an Kisten, Paketen. Der Rest ihrer Habe, der ihr mit dem zweiten Container folgen sollte. Nachdenklich und ein wenig beklommen sah sie sich um. Ihr Vermieter hatte versprochen gut auf die Kisten aufzupassen. Da er den kleinen Anbau an seinem alten Bauernhaus nicht wieder vermieten wollte, war das kein Problem. Katharina zog die Schultern hoch. Wer würde hier auch schon wohnen wollen?
Eine heruntergekommene Bruchbude.
Zu Anfang hatte die Spüle in der Küche, die auf zwei Regalen wackeligen Halt fand, nicht einmal einen Abfluss zum Kanal gehabt. Katharina hatte das Schmutzwasser mittels Trichter in einem großen Plastikbehälter auffangen müssen. Die Wände waren teilweise nicht verputzt, ein offensichtlich wahnwitziger Installateur hatte ein wahres Meisterwerk an verwinkelten und verknoteten Kabeln und Rohrleitungen auf der Wand hinterlassen. Selbst ihr Vermieter wusste nicht, wozu manche Kabel dienten. Einen Herd gab es nicht. Nur eine Kochplatte. Besucher ließ man hier gewiss nur mit Scham herein. Doch wenigstens konnte sie sich die Miete von ihrer kleinen Rente leisten. Das hatte den Ausschlag gegeben. Allerdings musste sie vieles ihrer Habe in der Scheune lagern, da es gar nicht in die kleine Wohnung passte. Und aus diesem kunterbunten Chaos hatte sie aussortieren müssen, was sie in ihre neue Heimat mitnehmen wollte.     Wie viel ließ sie hier zurück! Doch ihre wichtigen und liebsten Dinge, vor allem einen Großteil ihrer Bücher, hatte sie verpackt. Der Rest … Ballast, der sich im Laufe der Jahre angesammelt hatte. Sie nickte. Es war gut so. Weniger bedeutete mehr Freiheit.
Katharina hatte einen harten Schnitt gemacht. Der komplette Hausrat, Geschirr, Töpfe und Pfannen, alles blieb zurück. Nur ihre gute Küchenmaschine war eingepackt. Auch die Nähmaschinen gingen mit. Die Stoffe zum Nähen hatte sie, so wie ihre Bettwäsche, als Lückenfüller für die Bücherkisten benutzt. Auch alles was sie zur Schmuckherstellung brauchte war verpackt. Und natürlich die kompletten Farben und Pinsel zum Malen. Kurz, alles, mit dem sich eventuell ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften ließ, ging mit. Der Rest konnte zurückbleiben.
Sie stieg die schmale Holztreppe nach oben. Wie immer knarrte und wackelte sie gefährlich.
Im sogenannten Wohnzimmer und Arbeitsraum stapelten sich noch mehr Kisten für den zweiten Container. Katharina betete, dass der Fußboden das Gewicht aushielt. In den Kisten waren ihre Sachbücher und Malutensilien. Die waren ganz schön schwer.
Auf dem jetzt so leeren Schreibtisch stand noch ihr Laptop, dort lagen ihre nötigen Papiere, das Flugticket. Ein One-Way-Ticket.
Zwei Koffer und ihr alter Rucksack standen auch schon bereit.
Morgen würde ihr alter Vermieter sie zum Bahnhof bringen. Von dort aus ging es nach Frankfurt zum Flughafen.
Und von da …. in ein neues Leben, nach Paraguay.
Sie ließ sich erschöpft auf den Stuhl am Schreibtisch sacken und schaltete ihren Laptop ein. Gegen den Gefühlswirrwarr in ihrem Kopf half gerade nur Musik.
Und davon hatte sie sich wirklich genug abgespeichert. Auch einen großen Teil ihrer Lieblingsfilme hatte sie auf der externen Festplatte gesammelt. Hauptsächlich Dokus, für ihre Recherchen, aber auch etliche historische Filme, die sie gerne hatte.
Eigentlich sollte sie schlafen, doch sie fand noch keine Ruhe. Diese ganze Lauferei auf die Ämter, Korrespondenz mit ihrer Rentenkasse, so viel war zu erledigen gewesen.
Und jetzt saß sie hier, lauschte ihrer Lieblingsmusik und nahm innerlich endgültig Abschied.
Katharina kannte dieses Gefühl nur zu gut. Diese plötzliche Unsicherheit, Angst vor dem endgültigen Schritt. Doch schwer fiel es ihr eigentlich nicht.
Vor neun Monaten hatte sie Paraguay zum ersten Mal für ein halbes Jahr besucht. Nur mal anschauen, hatte sie gedacht. Freunde von ihr lebten dort, hatten ein Ferienhäuschen für sie besorgt und sie dann am Flughafen Asuncion abgeholt. Der überraschende Verkauf einiger Ölbilder hatte es ermöglicht ein Ticket zu kaufen. Sie kannte ja bereits Südafrika, das Klima dort war Paraguay ähnlich und tat ihr gesundheitlich gut, das wusste sie.
Durch Rheuma und Arthritis war sie vorzeitig berentet. Der Herbst und Winter in der kalten Eifel waren schon lange der blanke Horror, Schmerzen ohne Ende. Und Cortison wie Bonbons zu konsumieren war gewiss auch nicht gerade gesund.

Sie hatte ihre ersten Schritte auf dem Boden von Paraguay nicht vergessen.
Dieses überwältigende Gefühl … ΄ich bin heimgekommen, endlich.΄
Mit weichen Knien und leuchtenden Augen hatte sie staunend um sich gesehen. Da war irgendetwas Besonderes an diesem Land, es ließ sich nicht greifen, nur fühlen ließ es sich. Und es fühlte sich wundervoll an.
Katharina hatte rasch begriffen, dass sie hier sehr wohl gut von ihrer Rente leben konnte, sogar sparen war möglich. Da war der Schritt von ΄ich könnte ja vielleicht΄ zu einem entschlossenen ΄ich werde΄ nicht schwer gefallen.
Noch bevor das halbe Jahr abgelaufen war, hatte sie nicht nur bereits einen sehr guten Einwanderungshelfer, der große Antrag für die ΄cedula΄, den hiesigen Ausweis, war bereits in Bearbeitung. Selbst ein Haus zum Mieten war gefunden.
Danach waren ihr knapp drei Monate geblieben, alles in Deutschland zu regeln und zu packen.
Die ersten beiden Wochen war Katharina wie gelähmt gewesen, hatte sich nur hilflos in ihrer kleinen Wohnung umgesehen und konnte einfach nichts tun. Zweifel und Angst hatten sie total überrollt.
Dann noch ihre Freunde, die sie für völlig verrückt erklärt hatten. Mit bereits 57 Jahren auswandern, dazu noch alleine, in ein Land, von dem die andren so gut wie nichts wussten. Einige wenige hatten sie allerdings bestärkt. Selbst ihre älteste Schwester. Das war schön gewesen.
Sie hatten sich herzlich verabschiedet.
Zärtlich strich sie über das Ticket.
»Paraguay«, flüsterte sie.
Und dann lachte sie plötzlich befreit auf. Was hatte sie schon groß zu verlieren? Endlich raus aus dieser alten Bruchbude, kopfüber ins Abenteuer und in diesem wunderschönen Land in Frieden das tun, was sie schon immer geliebt und gewollt hatte. Malen und schreiben.
Entschlossen fuhr sie ihren Laptop herunter und ging eine noch engere und steilere Treppe hinauf in das Dachkämmerchen, in dem man kaum aufrecht stehen konnte.
Katharina kuschelte sich unter die Decke und schlief mit einem Lächeln ein.



Stunden später saß sie im Flugzeug und trommelte mit den Fingern auf die Armlehnen von ihrem Sitzplatz.
Dann dröhnten die Motoren, ein Vibrieren lief durch das Flugzeug und kurz darauf warf sie einen Blick nach unten. Da verschwand Frankfurt unter ihr.
Entspannt lehnte sie sich zurück, ein dickes Buch auf dem Schoß.
Ihr Leben war bisher ein ziemliches Auf und Ab gewesen. Mit einem Lächeln wurde ihr bewusst, dass sie mehr zurück ließ als überflüssige weltliche Habe. Da waren auch die unerfüllten Träume, zerbrochene Hoffnungen.
Katharinas Nachbarin war offensichtlich reichlich gesprächsbedürftig.
»Sie sehen so zufrieden aus. Wohin fliegen sie denn in Urlaub? Brasilien?«
Katharina schüttelte den Kopf.
»Nein, es geht nach Paraguay.«
»Paraguay? Wo ist das denn? Gibt es dort auch schöne Strände?«
Katharina musste ein Kichern unterdrücken. Noch so jemand, für den Landkarten wohl ein Fremdwort waren.
»Paraguay liegt nicht am Meer sondern im Inland. Und ich mache keinen Urlaub dort, ich wandere aus, für immer.«
Die Frau starrte sie durch ihre dicke Brille an.
»Auswandern?«, echote sie entsetzt. »Dann sitzt ihre Familie sicher weiter vorne. Schade, dass sie keine Plätze nebeneinander bekommen haben.«
»Meine Familie?«, antwortete Katharina mit einem verschmitzten Lächeln. »Aber nicht doch. Ich bin alleine.«
Der Frau neben ihr stand der Mund offen. Katharina befürchtete schon, sie müsste die Sauerstoff-Zufuhr von oben für die Frau herunterholen. Doch die presste erst einmal ihre dicklichen Hände auf ihren wogenden Busen und musterte Katharina interessiert.
»Das nenne ich aber Courage«, meinte sie anerkennend und zwinkerte ihr zu.
Katharina zwinkerte zurück. Die Lady hatte zwar keine Kenntnisse betreffend Erdkunde, aber offensichtlich Humor.



San Bernardino :
Sie machten auch einen Ausflug nach San Bernardino. Früher war das einmal eine große  Touristenhochburg gewesen. Dazu hatten viele reiche Paraguayer ebenfalls ihre Ferienhäuser dort. Doch der See war gekippt. Baden war verboten und eklige, grüne, schleimige Algen schwappten ans Ufer. Schon seit Jahren wurde versucht den See zu sanieren, doch ohne Erfolg. Und so verkamen viele der schönen alten Häuser. Sie standen zwar zum Verkauf, doch niemand wollte sie haben. Die Fassaden mit ihren Säulen und Terrassen erinnerten Katharina direkt ein bisschen an „Vom Winde verweht“.
Sie sah sich neugierig um, kam dabei öfter ins Stolpern, und einmal flog sie der Länge nach hin.
»Kannst du nicht mal alleine laufen?«, meinte Marion in ihrem gewohnten bissigen Tonfall.
Katharina gab keine Antwort.
Sie trug zwar feste Schuhe, doch hatte sie mal wieder über dem Herumschauen den Zustand der Bürgersteige vergessen. Das würde noch ein Weilchen dauern, bis sie sich daran gewöhnt hatte.
Kurze gepflegte Stückchen wechselten sich mit lediglich Sand und Erde ab, dann fehlten Pflastersteine und man trat in ein Loch, oder der Besitzer des Hauses hatte ein niedriges kleines Mäuerchen gesetzt, dazu noch unerwartete Stufen. So wurde der Spaziergang zum Hindernislauf. Und wenn man eben in die Gegend schaute und nicht auf den Gehweg, tja, dann gab es schnell aufgeschürfte Knie und Hände.
Katharina nahm solche Missgeschicke mit Humor. Für Marions stichelnde Bemerkungen brachte sie allerdings mittlerweile keinen Humor mehr auf.
„Nein, das ist auch kein Sperrmüll!“
Katharina war immer wieder  fasziniert von den Supermärkten. Was es da alles gab! Das Gemüse lag in großen Schütten aufgetürmt. Man packte es sich selber in Plastiktüten und stellte sich dann damit bei der Waage an. Die Fleischtheken waren groß, und am meisten wurden Rinderrippen verkauft. Für die Asados.
»Verkaufen die nach Kilos oder nach laufendem Meter?«, hatte Katharina staunend gefragt und Hilde hatte schallend gelacht.
»Das nun nicht gerade, aber die Paraguayer essen sehr viel Fleisch. Am Wochenende wird gegrillt. Immer. Und dazu Musik. Je lauter desto schön.«
Katharina hatte das auch schon mitbekommen. Am Wochenende dröhnte ihr Viertel, und aus jeder Richtung kam andere Musik. Und eine Ausdauer hatten die dabei. Sie hatte deshalb bereits etliche schlaflose Nächte hinter sich.
Hilde hatte noch öfter die Gelegenheit über Katharina schallend zu lachen.
Auf dem Weg zum Supermarkt waren sie an einem Haus vorbei gekommen, vor dem alte Sofas und Sessel aufgetürmt waren.
»Ach«, erkundigte sich Katharina unschuldig. »Gibt es bei euch auch Sperrmüll?«
Hilde hatte fast einen Schluckauf vor lauter Lachen bekommen.
»Das ist kein Sperrmüll«, kicherte sie, als sie wieder zu Atem kam. »Das ist eine Polsterei. Die beziehen und reparieren alte Sofas und Sessel.«
Katharina prustete nun auch los.
Seither war »nein, das ist auch kein Sperrmüll«, ein stehender Spruch zwischen den beiden geworden.


Ein ganz besonderes Highlight war für Katharina der Ausflug mit Hilde und deren Mann zum Kloster Marianela in Atyrá. Es war eine große Anlage, die immer noch betrieben wurde. Dort bestaunte sie die farbenfrohen Wandmalereien von Saturnino Sotelo. Sie waren so völlig anders als die europäischen Wandgemälde in Kirchen oder Klöstern. Er hatte Eingeborene bei allen Bildern mit eingebracht, in der traditionellen Kleidung von damals natürlich, und so gab es hin und wieder sogar einen unbekleideten Hintern zu sehen. Katharina kicherte. Sie erinnerte sich, wie in Rom die erbosten Kirchenfürsten das wundervolle Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo abgelehnt hatten. Zuviel nackte Körper! Es wurden extra Maler angestellt, die die anstößigen Stellen mit Tüchern bedecken mussten. ꞌHosenmalerꞌ nannte die Bevölkerung Roms diese ꞌKünstlerꞌ hämisch hinter vorgehaltener Hand. Und dann die ganzen verschiedenen Mosaike! Katharina war hin und weg. Kein Gang war gleich, alle Mosaike waren unterschiedlich, mal aus großen Platten oder mittelgroßen und ganz kleinen Fliesen gestaltet.
Es gab auch einen Klosterladen, für Andenken, auch Marmelade und Honig wurde verkauft. Katharina unterhielt sich mit einer der Nonnen über die wunderschönen kleinen Fliesen. Die hatten es ihr besonders angetan.
Mit einem verschmitzten Lächeln erzählte ihr die Nonne, dass die Padres bei ihrem jährlichen Besuch in Rom, diese heimlich in der Kleidung oder im Koffer einschmuggelten.
Katharina musste herzhaft darüber lachen. Und natürlich nahm sie einen Bildband über den Maler mit. Das stand ganz außer Frage. Diese Gemälde wollte sie sich gerne noch öfter ansehen.





Produktinformation
Taschenbuch: 207 Seiten
ISBN-13: 978-1072948360
Auch im Kindle-Format erhältlich!

Einige Ausflugstipps der Autorin:


Kloster Marianela und Casa del Monte  in der Lederstadt Atyra
Salto cristal, Vapor cue, Eisenbahnmuseum in Sapucai. Ita kua, Lagune in Itacurubi. Deutscher Wochenmarkt in San Bernadino (samstags). In Altos über den Töpfermarkt
Caacupé die Pilgerstadt mit der großen Kathedrale
Aregua, die Töpferstadt
Tobati, der Hügel mit den Indianerköpfen und der andere Hügel mit den besonderen Gesteinsformationen
Essen im Chez Lea, einem Restaurant mit Bar in Schweizer Hand
Reiten auf der Estancia Aventura
Rundfahrt in der Hauptstadt Asuncion
Und noch ein Tipp für besonders Abenteuerlustige: Eine Dschungeltour buchen!



Die Autorin
Gabriele Matthey, geboren 1957 in Unna, schrieb ihre ersten Gedichte und Kurzgeschichten bereits unter der Schulbank. Auch während ihres Berufswegs als Bank- und Bürokauffrau blieben das Schreiben, als auch die Malerei ihre großen Leidenschaften.
Während zweier längerer Aufenthalte in Südafrika reifte der Entschluss, sich ganz dem Schreiben und Malen zu widmen.
Stets abenteuerlich veranlagt und bereit für Neues, verlegte sie im Jahr 2016 ihren Wohnsitz dauerhaft nach Paraguay. Dort beendete sie ihren ersten Kriminal-Roman.
Bisher bei Amazon erschienen:
Endlich ungeschminkt  -  Gedichte und Bilder
Die Cornwall-Serie :
Nochmal kriegst du mich nicht   -  Kriminal-Roman
Blutige Erinnerungen                -   Mystery Thriller
Flammenfinger                        -   Mystery Thriller
You won’t get me twice            -   Thriller englische Ausgabe von Teil 1



©byChristine Erdic 

Dienstag, 28. Mai 2019

Die türkische Ägäisküste – oder die Harmonie des Lichts


Die türkische Ägäisküste ist, abgesehen von Reisezielen wie Bodrum, Kuşadası und Marmaris, in Deutschland weitaus weniger bekannt als die türkische Mittelmeerküste, die schon lange eine Hochburg des internationalen Tourismus ist. Wer jedoch einen individuellen Urlaub abseits der All-Inklusive-Hotels bevorzugt, der ist an der nördlichen Ägäis genau richtig. 


Hier merkt man, dass man sich im Morgenland befindet. Traumhafte Landschaften, türkisfarbenes Meer und ein unvergleichlich blauer Himmel – ein Lichterspiel der Harmonie.


Izmir, Metropole zwischen Moderne und Tradition


Die 4 Millionenmetropole Izmir lockt mit ihrem bunten Basar Kemeraltı, und modernen Einkaufszentren. Hier verbinden sich Geschichte, Tradition und Moderne. Freundlichen, aufgeschlossenen und hilfsbereiten Menschen begegnet man überall. Die Perle der Ägäis bietet ein orientalisches Flair mit lockerem und tolerantem Lebensstil. Mit seiner 8500 Jahre alten Geschichte ist sie eine der ältesten noch bewohnten Städte der Welt.


 Was man sich nicht entgehen lassen sollte



Den Uhrturm im Stadtzentrum Konak, der zugleich Wahrzeichen der Metropole ist, und der Stadt Izmir im Jahr 1901 von Abdülhamid II., anlässlich des 25. Jahrestags seiner Krönung,gestiftet  wurde. Übrigens ist die Turmuhr ein Geschenk des deutschen Kaiser Wilhelm II.


Einen Bummel über den Basar Kemeraltı. Hier befindet sich ein wahres Einkaufsparadies für Kleidung, Kräuter, Schmuck, Gold, Souvenirs und Hausrat aller Art. 



Dönerbuden, kleine Fischrestaurants mit schmackhaftem Calamari und Stände mit frisch gepresstem Saft sorgen für das leibliche Wohl. Empfehlenswert  sind auch die mit Reis gefüllten Muscheln, die in den hinteren Gassen Richtung Karawanserei angeboten werden.


In der Kızlarağası Hanı-Karawanserei  fühlt man sich in osmanische Zeiten zurückversetzt. Im Jahre 1744 erbaut, beherbergt sie heute kleine Läden mit allerlei Kunsthandwerk, Lederwaren, Souvenirs, Silberschmuck und Teppichen. Im oberen Stockwerk befinden sich kleine Werkstätten. In der Mitte lädt ein großer Platz zum Verweilen ein. Wie wäre es mit einem çay -türkischen Tee, einem kahve – türkischen Mokka oder  einer leckeren hausgemachten Limonade? Wer einen Cappuccino oder Kaffee Latte bevorzugt, ist in einer Seitengasse gut aufgehoben, wo sich im orientalischen Stil ein Café an das andere reiht.



Asonsör – Hıstorischer Aufzug: Der im Jahre 1907 erbaute  historische Aufzug verbindet die Straße Mithatpaşa Caddesi und das Viertel Halil Rifat Paşa miteinander. Vom Restaurant aus hat man einen unvergleichlichen Blick über Izmir und die Bucht. Die Häuser in der Dario Moreno-Straße verleihen dem Viertel ein besonderes Flair.




Eine Schifffahrt von Konak quer über die Bucht von Izmir nach Karşıyaka oder Bostanlı.


Einkaufen und Rasten in Mavibahçe. Dieses Einkaufszentrum ist eines der größten in Izmir und besticht mit einem liebevoll angelegten Innenpark, der von kleinen Restaurants gesäumt ist.

Die Agora
In der Antike fanden hier politische Versammlungen statt und das Volk tätigte seine Einkäufe. Die Agora von Izmir, die aus der Zeit der Römer stammt, gilt als die größte Agora.


Ausflugsziele ab Izmir




Ephesus


Einst war sie eine große und reiche Handelsstadt, heute lassen nur noch die Ruinen ihre ehemalige Größe erahnen. Gut eine Autorstunde von Izmir entfernt und nahe Selçuk liegt die antike Stadt Ephesus. Der Artemistempel gehörte zu den Sieben Weltwundern. Ephesus ist eine der am besten erhaltenen Siedlungen der Antike. Sehenswert sind vor allem das Große Theater, die Marienkirche, die Celsus-Bibliothek, die Hanghäuser, der Hadriantempel und das Odeion, ein antikes Theatergebäude.


 Ein Touristenmagnet sind die vielen Katzen, die in den Ruinen der einst so mächtigen Stadt leben. Diese wurden von  Ausgrabungsteams dorthin gebracht, damit sie das Gelände vor kleineren Nagetieren beschützen! Im Archäologischen Museum in Selçuk kann man unter anderem Statuen der Artemis bewundern.






Meryem Ana – Das Haus der Mutter Maria
Das Haus der Mutter Maria in der Nähe von Selçuk ist eine der meistbesuchten Pilgerstätten der Türkei, sowohl für Christen als auch Moslems.
Hier soll Maria, die Mutter von Jesus, bis zu ihrem Tod gelebt haben. Das kleine Haus aus Stein ist heute eine liebevoll geschmückte Kapelle, die sogar schon von drei Päpsten beehrt wurde.
Dem Quellwasser aus den Brunnen neben dem Haus sagt man eine große  Heilwirkung nach.
Eine in der Türkei weit verbreitete Tradition ist es, seine Wünsche auf ein Band, Tuch oder Papier zu schreiben und an Bäumen oder Wänden zu befestigen. So sieht man auch hier eine bunt geschmückte Wand, die eigens für diesen Zweck eingerichtet wurde.



Weindorf Şirince




Hoch in den Bergen über Selçuk liegt das alte Weindorf Şirince. Einst war es griechisch, die alten Häuser sind noch erhalten bzw. werden liebevoll restauriert. Ein Weinladen reiht sich hier an den anderen, dazwischen urige kleine Restaurants und Souvenirshops. Wir machen unsere Weinprobe stets bei Mustafa, er bietet nebst köstlichem Granatapfel- Pfirsich- und Brombeerwein auch einen hervorragenden Glühwein an.


Çeşme


Çeşme bedeutet Brunnen, und tatsächlich fallen die vielen Brunnen ins Auge. Der kleine Luft- und Badekurort, ca 80 Kilometer westlich von Izmir,  erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die nahegelegenen feinen, fast weißen Sandstrände Pırlanta, Altınkum und Ilıca geben dem Badegast eine Art Karibik- Feeling. 


In Ilıca und Şifne schießen bis zu 60 Grad warme Thermalwasserquellen direkt aus dem Meeresboden in das glasklare türkisfarbene Wasser. Das ganze Jahr über kommen Rheumapatienten, Menschen mit Stoffwechsel- und Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Asthmakranke nach Cesme. Eine Kombination aus Thermal-, Thalasso-, Luft- und Schlammtherapien bietet gute Heilchancen. Solche Therapien gibt es u.a. in den Hotels Altınyunus, Sheraton Resort & Spa, Radisson SAS Resort & Spa Cesme und im Club Hotel Ilica. 
Eine stetige kühle Brise sorgt auch in den heißen Monaten für Abkühlung. Windgeschützt liegt dagegen der kleine Stadtstrand Tekke. Wer hier badet kann gegen 17 Uhr die mit Musik in den Hafen einfahrenden Ausflugsschiffe beobachten.
Auf jeden Fall sollte man die alte Burg von Çeşme, die aus genuesischer Zeit stammt,  besichtigen. Von hier hat man einen großartigen Panorama-Blick über die Stadt und auf die Bucht, Die nahegelegene ehemalige Karawanserei aus dem 16. Jahrhundert ist heute ein stilvolles Hotel. Der Jachthafen Marina bietet dem Urlauber exklusive kulinarische Genüsse. Wer es günstiger und preiswerter mag, der besucht eines der Fischrestaurants an der Uferpromenade oder speist in der kleinen Einkaufsstraße. Hier findet man auch landestypische Souvenirs.



Alaçatı


Alaçatı gilt aufgrund der günstigen Windverhältnisse als internationales Surfer-Paradies.
Das ehemals griechische Dorf mit seinen stilvollen Butik-Hotels ist heute überteuert aber durchaus sehenswert. Auch die neuen Häuser im Ortskern werden im traditionellen Alaçatı-Baustil errichtet  Der einst so beschauliche Ort erfreut sich ganzjährig eines gewaltigen Besucherbooms an aus- und inländischen Touristen. Er ist auch Anziehungspunkt für Intellektuelle, Künstler, Geschäftsleute und Filmschauspieler. Man sollte aber trotz erhöhter Preise zumindest einmal einen Kaffee im Köşe Kahve oder einen türkischen Tee auf einem der schattigen Hinterhöfe getrunken haben.


Richtige Schnäppchen kann man übrigens samstags auf dem großen Kleidermarkt von Alaçatı machen. Und der angegliederte Obst- und Gemüsemarkt ist einfach überwältigend mit seinem breitgefächerten  Angebot. Im April findet das alljährliche ot festival, das Kräuterfest statt. Hier wird alles Mögliche an Essbarem angeboten bis hin zu selbstgemachter Marmelade aus Obst oder Gemüse. Natürlich gibt es ein abwechslungsreiches Programm zur Unterhaltung. An diesen 3 Tagen schiebt sich eine bunte Menschenmasse durch die engen Gassen.



Foça


Wer es ruhiger und besinnlicher mag, der ist in Foça richtig. Der kleine, malerische Fischerort liegt 60 km nördlich von Izmir und 50 km von Bergama - Pergamon entfernt. Mit seinem kleinen Jachthafen, der Strandpromenade mit den kleinen Restaurants und seiner genuesischen Burg zieht er vor allem auch einheimische Touristen an. Die Gassen mit ihren typischen Häusern aus Sandsteinquadern und roten Dächern stehen inzwischen unter Denkmalschutz. Kleine Buchten mit klarem kühlem Wasser laden zum Baden ein. Mit Ausflugsschiffen geht es hinaus, um die vom Aussterben bedrohten Mittelmeerrobben – fok zu beobachten. Eine Robbe ist übrigens auch das Wappentier von Foça.




Pamukkale und Karahayıt


Die weißen Kalkterrassen von Pamukkale - Baumwollschloss in der Nähe von Denizli ,rund 400 km südöstlich von Izmir, entstanden durch die Aktivität uralter Thermalquellen und sind seit 1988 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Sie bieten nicht nur einen überwältigen Anblick, ihr 30 Grad warmes Thermalwasser wurde bereits von den Römern in der Antike zur Heilung von Arthritis und Rheuma eingesetzt. Mittlerweile ist das Baden in den natürlichen Wasserbecken von Pamukkale untersagt; die Terrassen dürfen heute nur noch barfuß betreten werden, doch verschiedene Hotels bieten Badevergnügen in eigens dafür geschaffenen Thermalbecken an.

Das Dorf Karahayıt ist weitaus weniger bekannt und liegt doch nur gut 5 Kilometer von Pamukkale entfernt Auch hier sprudeln heiße Quellen, die Felsen sind jedoch von dem eisen- und schwefelhaltigem Wasser in knalligem Rot, Gelb und Grün gefärbt.


Buchtipp



Endstation Anatolien
Auswandern? Mit fast vierzig Jahren und zwei schulpflichtigen Töchtern? Und noch dazu in den Orient?
Das Morgenland lockt mit bunten Basaren, leuchtenden Farben, einem unvergleichlich blauen Himmel und geheimnisvollen mondbeschienenen Nächten. Doch wie ist das wirkliche Leben hinter dem Schleier der Illusionen?
Ein Buch, das das Leben schrieb!

Leseprobe aus dem Buch



Auf dem Basar
Ich stehe und staune über das bunte Treiben auf dem Basar. Das hier kann man nicht mit einem Einkaufsbummel in Deutschland vergleichen. Hier ist alles ganz anders! Fasziniert tauche ich in eine mir eigentlich völlig fremde Welt ein, die mir doch sogleich vertraut ist. Der Orient hat mich in seinen Bann geschlagen – mich aufgesogen, bis ich ein Teil von ihm wurde. Gierig nehme ich die verschiedenen Gerüche auf. Vor dem kleinen Laden baumeln getrocknete Auberginen und leuchtend rote Peperoni von der Decke – der Duft von Oregano mischt sich mit einem anderen – undefinierbaren. Von irgendwoher weht Kaffeegeruch herüber, der bekannte türkische Mokka, der in kleinen Tassen serviert wird und immer jede Menge Satz hinterlässt. Man dreht die Tasse geschickt um, indem man sie mit der Untertasse verschlossen hält. Es findet sich fast immer jemand, der aus dem Kaffeesatz zu lesen vermag.
Nebenan hängen vornehmlich in Rot und Gelb gehaltene Folklorekostüme, die vor allem Kinder bei Aufführungen und Volkstänzen zur Schau tragen. Eine nostalgische Erinnerung an längst vergangene Zeiten und das Osmanische Reich. Ich schlendere weiter. Hier in der Nebengasse des Basars von Kemeraltı ist das Gewühl nicht ganz so groß. 


Mein Ziel ist die alte Karawanserei, in der früher die Karawanen mit ihren Kamelen Rast gemacht haben. Heute sind kleine Geschäfte in den historischen Gemäuern untergebracht: Teppiche, Silberschmuck, Lederartikel, Keramik, Wasserpfeifen für die Touristen und noch so allerlei andere Geschenkartikel. Ich habe meine bestimmten Anlaufziele. In einem Silberladen bekomme ich erstmal einen Apfeltee angeboten, ich bin dort Stammkundin. Vielleicht kaufe ich heute ein paar Ohrringe, vielleicht tauschen wir uns nur aus. Die Ladenbesitzerin stammt aus Diyarbakır im Südosten des Landes. In einem ihrer Regale steht ihr Glücksbringer: ein Kobold aus Norwegen, das Geschenk einer zufriedenen Kundin aus Skandinavien. Die Karawanserei umrundet mit zwei Stockwerken einen großen Platz, auf dem man türkischen Kaffee, Tee oder köstliche hausgemachte Limonade trinken kann. Wer einen Cappuccino bevorzugt, ist in der Gasse rechts neben dem Gebäude bestens aufgehoben. Hier reiht sich ein Café neben das andere. Man sitzt wahlweise drinnen in orientalischem Flair oder draußen auf mit Kelims und Kissen geschmückten Bänken. Hinter der Karawanserei werden Fleischspezialitäten, unter anderem auch Döner angeboten.
Ich lasse mir zwei Dönertaschen für zu Hause einpacken und schlendere  nachdenklich Richtung U-Bahnstation. Man ist bemüht, die alten Häuser von Kemeraltı zu erhalten. Überall wird restauriert und verschönert. Viel zu lange wurde in anderen Vierteln abgerissen und neu gebaut. Hohe Häuser verschandeln die Uferpromenade, wo einst alte griechische Villen standen. Natürlich, die Stadt ist gewachsen, noch immer strömen Menschen aus dem ganzen Land in die Viermillionen-Metropole. Im Stadtteil Bayraklı entsteht – von vielen bestaunt - das Manhattan Izmirs: hohe Gebäudekomplexe mit viel Glas und Luxus, oftmals sogar mit eigenen Einkaufszentren. Ich hingegen freue mich über jedes unter Denkmalschutz stehende Haus.





©byChristine Erdic