Mittwoch, 26. September 2018

Märchenwelt Kappadokien


Hellgraue Zipfelmützen, Hüte aus Basalt, Kamine, in denen der Legende nach Feen hausten - mitten in Anatolien hat die Natur eine bizarre Landschaft entstehen lassen, die direkt aus einem Märchenland stammen könnte.


Schon früh haben Menschen in den besonders weichen Stein dieser Gegend Höhlen geschlagen und dort Schutz gefunden. Heute zieht es Millionen von Touristen in diese einzigartige Gegend, die die Unesco zum Weltkulturerbe ernannt hat. Eine Gegend, die nicht immer von Türken besiedelt war. Lange bevor die Türken kamen, herrschten hier Hethiter, Griechen und Römer. Später war Kappadokien eines der wichtigsten Zentren des Christentums.


Kappadokien liegt im Südosten der zentralanatolischen Hochebene auf einer Höhe von 1000 bis 1300 Meter. Im Südwesten liegt der 3253 Meter hohe Hasan Dağı, im Osten, nahe der Stadt Kayseri, der über 3900 Meter hohe Erciyes Dağı. Vor Urzeiten haben diese beiden Vulkane riesige Mengen an sogenannter Tuffasche auf das Gebiet in ihrer Mitte geschleudert. Im Laufe der Erdgeschichte hat sich die Asche zu Tuffstein verfestigt. Wind und Wetter haben in Jahrtausenden aus diesem weichen Gestein eine Landschaft geformt, die einer alten Legende zufolge als Spielplatz der Götter diente. Ohne großen Aufwand lassen sich in diesen Stein Kuhlen, Gänge, Treppen und Höhlen graben. So ist in der bizarren Natur eine Wohnkultur ganz eigener Art entstanden - die Felsenwohnungen von Kappadokien. (Quelle: https://www.planet-wissen.de)





Göreme, Uçhisar und Avanos lassen sich auch zu Pferd erobern. Und wie wäre es mit einer Ballonfahrt? Entdecken Sie die Wunderwelt Kappadokien von oben!



Uçhisar besticht mit seinem besonderen Flair. Hier kann man in den Tuffstein integrierte Hotels und Restaurants bewundern.















In Avanos gibt es zahlreiche Töpfereien mit Verkaufsstellen direkt in den Tuffsteinhöhlen.












Probieren Sie unbedingt das einheimische Kebab. Dabei wird gewürztes Fleisch in einem Tongefäß auf einem Holzgrill gegart. Dazu sollte man sich ein Glas Wein genehmigen.. Die besten Weine der Türkei stammen übrigens aus Kappadokien. Und am Abend kann man bei einem türkischen Tee beobachten, wie die untergehende Sonne das Märchenland mit seinen Feenkaminen in ein rotgoldenes Licht taucht.




Mehr Infos, Reiseangebote, Hotels und Flüge finden Sie u.a. unter

Buchtipp:


Endstation Anatolien 

Auswandern? Mit fast vierzig Jahren und zwei schulpflichtigen Töchtern? Und noch dazu in den Orient?
Christine Erdic hat es gewagt!
Das Morgenland lockt mit bunten Basaren, leuchtenden Farben, einem unvergleichlich blauen Himmel und geheimnisvollen mondbeschienenen Nächten. Doch wie ist das wirkliche Leben hinter dem Schleier der Illusionen?
Ein Buch, das das Leben schrieb!
ISBN-13: 978-3752897111





Leseprobe aus dem Buch

Über Aksaray ging es nach Uçhisar. Was für ein Anblick! Vor etwa 20 Millionen Jahren schleuderten die Vulkane Erciyes Dağı, Hasan Dağı und Melendiz Dağı bei Ihren Ausbrüchen Asche in die Luft, die sich rundherum in unterschiedlichen Farben und Härtegraden ablagerte. Durch die Witterungseinflüsse wurde das weiche Material ausgespült, während das harte bestehen blieb. So entstanden faszinierende Märchenlandschaften: Pilze, Kamine und Zipfelmützen aus Stein, in denen der Legende nach Feen hausten! Und die Erosion dauert noch an: Ständig werden neue Feenschornsteine freigelegt, während andere wieder verschwinden.
Viele der Häuser wurden einfach in den Tuffstein hineingebaut. Manche recht einfach, andere erinnerten mich an die Paläste in Mardin in der Südosttürkei.
Unterwegs durch Kappadokien habe ich aber leider auch viele Bauten entdeckt, die einfach geschmacklos waren und sich überhaupt nicht in die bizarre Landschaft einpassten. „Das ist doch nun wirklich ein Stilbruch!“ Anklagend wies ich so manches Mal auf ein liebloses Betongebäude, das direkt neben den fantastischen Formationen errichtet war. Uçhisar übertraf allerdings all unsere Erwartungen. Das Hotel war geschmackvoll in den Tuffstein integriert. Freudestrahlend standen wir wenig später in unserem Dreibettzimmer im osmanischen Stil. Es hatte nach oben hin spitz zulaufende Fenster, die einen wunderbaren Blick auf die seltsamen Gebılde da draußen freigaben. Unsere Freunde hatten leider weniger Glück mit ihrem recht einfachen Zweibettzimmer. 
Nun galt es, die Gegend zu erkunden. Eine Einheimische kam mit ihrem Esel daher, und als ich ihn streichelte, forderte sie meinen Mann lachend auf, ein Foto von uns zu dreien zu machen. „Wer ist denn nun der größte Esel?“, witzelte Burky. Fotografierend zogen wir durch die Straßen und fanden bald ein sehr einladendes kleines Restaurant. Der vordere Teil war ein normaler Raum, doch es gab noch einen weiteren, vor Urzeiten in Tuffstein gehauenen. Und genau dort sollten wir am Abend speisen, versprach uns der Besitzer. Wir sagten kurzerhand begeistert zu und zogen weiter. Es gab ja noch so viel zu sehen in dem kleinen Ort! Nachdem wir uns später im Hotel umgezogen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Restaurant. Was uns hier erwartete, war unbeschreiblich.
 „Ist das schön!“, rief ich aus. Der Wirt hatte für uns auf niedrigen runden Tischen nach orientalischer Art gedeckt. Doch dazu mussten wir natürlich auf Kissen am Boden sitzen. Das ging mit unseren schon etwas betagten Freunden nicht, mussten wir betrübt eingestehen.
Blitzschnell wurde umdekoriert: Bald wurde von der Wirtin köstliches Essen am Tisch serviert  Wir saßen auf bequemen Stühlen, und der kleine Sohn des Hauses brauste mit seinem Spielzeugauto fidel durch den Raum, der allein für uns reserviert war. Ich war sofort von den robusten Tischdecken begeistert. Auf rot- und cremefarbenem Untergrund tummelten sich Kamele. Hugo fragte, ob wir die Decke abkaufen könnten und auf Bitten unserer Freunde, gab uns der nette Gastgeber sogar noch eine zweite Decke. Später sahen wir diese Decken zwar überall an Touristenständen  - aber unsere waren nicht nur günstiger, sondern auch ein schönes Andenken an den wundervollen Abend, den wir mit türkischem Tee – nun doch auf den Sitzkissen- ausklingen ließen. Hugo entdeckte an der Wand eine Saz, das traditionelle Seiteninstrument türkischer Barden, und zupfte einige Melodien darauf. In fröhlicher Stimmung hievten wir spät in der Nacht den etwas steifen Burky unter großem Gelächter von seinem Sitzkissen hoch. Ein Abend ging zu Ende, der uns wohl allen in Erinnerung bleiben wird. Danke an die nette Familie, die uns so wunderbar bewirtet hat. Der Rückweg wurde ein wenig ungemütlich, da es plötzlich zu hageln begann. Überhaupt bot uns Kappadokien eine bunte Palette an Wetter: Sonne,, Hagel und Schneeregen. Nur gut, dass die Heizung im Zimmer funktionierte. Allerdings muss ich dazu bemerken, dass keiner von uns auch nur ein leichtes Halskratzen bekam. Das Klima in Kappadokien  muss sehr gesund sein, denn wir schliefen tief und fest, sodass wir stets problemlos und gut erholt in den neuen Tag starten konnten.




Buchtipp für Kinder:


Mit Nepomuck auf Weltreise

Wie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon, und wie leben die Eskimos heute? Was passiert, wenn ein norwegischer Kobold auf einen irischen Leprechaun trifft, und was kann man im Karina-Verlag so alles anstellen? Begleitet den lustigen Kobold Nepomuck auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien und lernt Menschen, Tiere und verschiedene Kulturen hautnah kennen. Folgt ihm auf den Spuren der Hobbits, und werft mit ihm seinen ersten Bumerang. Die tollsten Abenteuer warten auf euch, denn wo Nepomuck sein Unwesen treibt, da wird es nie langweilig!
ISBN-13: 978-3961112760

Leseprobe aus dem Buch
„So, Nepomuck, heute machen wir etwas ganz Besonderes“, verkündet Ahmed fröhlich. Ahmed ist Alis Vater. Außerdem gehören auch noch Alis kleine Schwester Berna und die liebenswerte Mutter Fatma, die zu Nepos Entzücken so leckeres Essen kocht, zur Familie.
„Wir unternehmen eine Fahrt mit dem Heißluftballon, dann wirst du Kappadokien aus der Luft ansehen.“
Der Kobold ist ganz aufgeregt und kann es kaum erwarten. Nach dem Mittagessen geht es endlich los. Bald ist die Station erreicht, und Nepomuck wird in den großen Korb unter dem riesigen Ballon gehoben. Zu klein um selbstständig über den Rand zu schauen, sieht er sich zunächst einmal drinnen um: Gasflaschen, ein Brenner und ein Feuerlöscher.
„Der Brenner lässt das Propangas aus diesen Flaschen verdampfen und fängt an zu brennen. Dadurch erhitzt sich die Luft im Ballon, und er beginnt zu steigen, denn warme Luft ist leichter als kalte“, erklärt der nette Pilot.
Als Ballonpilot benötigt man für eine Privat-Piloten-Lizenz eine richtige Ausbildung. Wohin der Ballon letztendlich fliegt, hängt sehr stark von der Windrichtung ab. Man muss vieles wissen und beachten, damit auch alles klappt. Je mehr der Brenner heizt, desto höher steigt der Ballon. Wenn die Luft im Ballon erkaltet, sinkt er. Durch ein Ventil in der Ballonhülle, lässt sich das Absinken beschleunigen. Nepomuck kommt aus dem Staunen gar nicht heraus: Das habe ich ja alles gar nicht gewusst! Durch das fauchende Geräusch des Brenners wird es dann zwar laut im Korb, aber der Ballon steigt immer höher in den wolkenlosen blauen Himmel. Ahmed hebt den Kobold auf den Arm, damit der kleine Kerl überhaupt etwas sehen kann. Die Menschen und Häuser da unten werden kleiner und kleiner! Nepomuck betrachtet nachdenklich die zerklüftete Gebirgslandschaft mit ihren durchlöcherten Felsen.


„Wie sind diese Felsen eigentlich entstanden?“ Ali weiß die Antwort: „Vor ganz langer Zeit gab es hier aktive Vulkane. Sie spieen glühende Lava aus, die an der Erdoberfläche erkaltete und zu Tuffstein erstarrte. Durch Wind, Regen und Witterung ist im Laufe vieler Jahrtausende diese Märchenlandschaft aus dem weichen Tuffstein entstanden.“
 „Es gibt nicht nur Höhlenwohnungen, sondern auch alte Kapellen und Kirchen, Werkstätten, Restaurants und moderne Hotels in den kegelförmigen Felsen“, wirft Berna ein. Das weiß Nepomuck schon, denn in Uçhisar haben sie ja in solch einem Restaurant gegessen. Es existieren auch neue Häuser, die zum Teil in die Felsen integriert sind, andererseits aber ebenfalls Orte mit ganz normalen Häusern wie das bekanntere Göreme.
Der Kobold deutet aufgeregt nach unten: Felsen, die wie Menschen oder Tiere aussehen! Einer ähnelt einem Kamel – ein anderer einem Pilz!
Eine Traumlandschaft nach der anderen zieht langsam unter ihnen vorbei. Sie fahren mit dem Heißluftballon über Kappadokien dahin. Eigentlich ist es ja ein Flug, trotzdem nennt man es  „mit dem Ballon fahren“. Auch das erklärt ihnen der Pilot.
Egal ob nun „fliegen“ oder „fahren“, alles Schöne geht wieder einmal viel zu schnell vorbei, findet Nepomuck. Schon bald beginnt der Ballon an Höhe zu verlieren, und dann dauert es auch gar nicht mehr lange bis zur Landung.
Man kann den Landeplatz eines Heißluftballons nur in etwa im Voraus berechnen, auch dabei spielt wieder der Wind eine große Rolle. Doch sie haben Glück und landen ganz in der Nähe von Göreme. Hier verdrücken sie in einem Café leckere Schokoladentorte mit Karamell, bevor sie mit dem Dolmusch nach Uçhisar zurückkehren. Der Kobold hat schnell heimlich den Rest von Bernas Kuchenstück in seiner Hosentasche verschwinden lassen: Wäre doch wirklich schade darum!
Ein Dolmusch ist ein kleiner Bus, der auf seiner Route überall hält, um Leute aufzunehmen und zwar so viele, wie in das Fahrzeug hineinpassen. Wenn man aussteigen möchte, ruft man: „An einer geeigneten Stelle!“
Nepomuck genießt die Rückfahrt und denkt an die heutigen Erlebnisse: So schön der Tag auch war, jetzt freue ich mich schon auf den Abend, wenn alle bei einem Gläschen Tee gemütlich auf der Terrasse sitzen und die weißen Tuffsteinkegel in der untergehenden Sonne rotgolden erstrahlen. Dann fühle ich mich wirklich wie in einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht!



©byChristine Erdic





Mittwoch, 29. August 2018

Der Hexenturm von Idstein


Das Städtchen Idstein liegt im Taunus, nördlich der Landeshauptstadt Wiesbaden. 



Mit seiner idyllischen Lage und der historischen Altstadt mit ihren schönen Fachwerkhäusern ist es auf jeden Fall einen Besuch wert.
Auf dem Marktplatz finden von Zeit zu Zeit kleine Feste statt.








Das schönste bemalte Fachwerkhaus der Stadt Idstein  ist das Killinger Haus.
Es wurde 1615 vom 
gräflichen Amtsschreiber Johann Conrad Killing erbaut. Im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich die Touristen-Information sowie das Stadtmuseum.



Das schiefe Haus

Das für Idstein ungewöhnlich hohe Fachwerkhaus mit vier Stockwerken aus dem Jahre 1727 wurde nach einer Totalsanierung Teil des Idsteiner Rathauses. In die „Schieflage“ geriet das Gebäude durch konstruktive Mängel.




Der Hexenturm
Der Hexenturm wurde etwa um 1170 erbaut und sollte mit einer Höhe von 11 Metern als Wachturm dienen. Nach und nach erfolgen Umbauten, bis der Turm die stolze Höhe von 42 Metern erreicht hatte. Ein wunderbarer Aussichtsturm, der einen Blick auf die Altstadt von Idstein frei gibt. Bei gutem Wetter schaut man bis zum Großen Feldberg und dem Goldenen Grund. Mit seinen dicken Mauern und einem Durchmesser von ca. 12 Metern ist er das Wahrzeichen der Stadt Idstein.
Der volkstümliche Name „Hexenturm“ folgt einer allgemeinen Mode des 19. Jahrhunderts und hat mit den Hexenverfolgungen, die im 17. Jahrhundert in Idstein stattfanden, nichts zu tun.



Düstere Vergangenheit

In den Jahren 1676 und 1677 wurden in der Grafschaft Nassau-Idstein 35 Frauen und 8 Männer wegen Zauberei angeklagt und bis auf wenige Ausnahmen in Idstein hingerichtet.


Das Buch „Den Hexen auf der Spur — Über Hexenprozesse am Beispiel Idstein 1676“ der vier Autorinnen Gilla Flothmann, Hilke Müller, Ilse Schollmeyer und Maria Stoltefaut thematisierte bereits 1986 das geschehene Unrecht.
 Unterhalb des Hexenturms wurde im November 1996 auf Initiative von Frau Ute Samson eine Gedenktafel für die Opfer angebracht (Quelle: https://www.idstein.de)




Tipp:

Der brandaktuelle, packende Klassiker „Hexenjagd“ (The Crucible) von Arthur Miller über Fanatismus, Massenwahn und individuelle Verantwortung steht am Donnerstag, 20. September um 20.00 Uhr in der Idsteiner Stadthalle auf dem Spielplan.

Buchtipp:



Mord im Hexenturm

Als eine Leiche im Hexenturm in Idstein aufgefunden wird, übernimmt Kriminalhauptkommissarin Silke Schneider den Fall. Um den Tatort herum werden viele verschiedene Finger- und Schuhabdrücke sichergestellt. Die Fingerabdrücke auf der Tatwaffe sind jedoch eindeutig.
Die vermeintliche Täterin bestreitet energisch, die Tat begangen zu haben. Ein Puzzlespiel mit mehreren, infrage kommenden Personen beginnt. Nach endlosen Verhören können alle ein Alibi vorweisen. Ist der Täter unter den verdächtigen Personen zu finden? Oder muss die Kommissarin ganz, wo anders suchen? Hauptkommissarin Silke Schneider steht wieder am Anfang ihrer Ermittlungen. Sie möchte den Fall vor Antritt ihres Urlaubs unbedingt noch lösen.
Dann fällt ihr etwas ein …
Dies ist ein Roman, angeknüpft an das wichtige Thema: Kindesmissbrauch!


Leseprobe

Der Mann an der Bar hatte sich einen Korn bestellt. Wohlwollend schaute er die Frau hinter dem Tresen an und begann, auf sie einzureden. »Wie wäre es mit einem Treffen, nur wir beide. Er zwinkerte ihr einladend zu.
Sie schüttelte den Kopf und bat ihn, die dummen Bemerkungen zu unterlassen.
»Sei nicht spießig«, sagte er.
Der Wirt, der dies beobachtete, forderte ihn auf, seine Angestellte in Ruhe zu lassen. Der Mann antwortete nicht, da in diesem Moment sein Handy klingelte. Ärgerlich griff er in seine Jackentasche. »Ja, wer ist da?« Sein Ton klang rau und unfreundlich. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich rapide; er war aschfahl im Gesicht geworden. Das Glas, welches er zum Mund führen wollte, knallte er hart auf die Theke zurück. Die Bedienung blickte ihn erschrocken an. Wortlos steckte er das Handy in seine Jackentasche. Das Gespräch schien beendet, bevor er etwas erwidern konnte. Sein Herz klopfte aufgeregt. Er schüttete den Inhalt des Glases in sich hinein, zahlte und ging.
Draußen in der kühlen Abendluft fuhr er sich mit den Fingern durch die Haare und stöhnte leise: »Was will sie von mir? Holt mich die Vergangenheit jetzt ein?« Er schüttelte energisch den Kopf. Gegen mich hat die Hexe ohnehin keine Chance, dachte er und grinste hämisch. Allmählich gewann er seine alte Selbstsicherheit zurück.
Ohne Eile schlenderte er die Geschäftspassage über den Gustav-Adolf-Platz entlang und wandte sich dann in Richtung Hexenturm. Der Parkplatz am Turm war leer. Er wankte die aus dem Felsen herausgeschlagenen Stufen hinauf und fluchte, als er stolperte. Beinahe wäre er gestürzt. Das hätte ihm noch gefehlt. Ungeduldig stellte er sich vor den Eingang. Sehen konnte er kaum etwas, es war fast dunkel geworden.
Plötzlich hörte er Schritte. Eine dunkel gekleidete Gestalt kam von unten heraufgestürmt.
»Was willst du, ich habe nicht viel Zeit!«, rief er der Person mit lallender Stimme entgegen.
Wie ein Schatten preschte die Gestalt nach vorne und verpasste ihm Faustschläge, die gut platziert in seinem Gesicht landeten.
Völlig überrascht und berauscht vom Alkohol, begann er zu taumeln. Noch ein Hieb und er ging jammernd zu Boden. Tiefes Stöhnen drang aus seinem Mund.
Die Gestalt drückte den Griff der Turmtür herunter. Sie war unverschlossen. Was für ein Zufall. Sie zog den Mann hoch und zerrte ihn über den steinigen Treppenabsatz durch die Tür. Das letzte Stück musste sie kräftig ziehen, denn der Mann sackte zusammen. Er war nicht mehr in der Lage, selbst zu gehen. Der Schmerz in seinem Gesicht schien all seine Bewegungen zu lähmen. Er übersah die scharfe Klinge des Messers, das sein Gegner mit gezielten Stichen in seine Brust stieß. Mit einem verhaltenen Laut blieb er regungslos liegen. Die Gestalt hielt inne, ein heranfahrendes Auto war zu hören. Hastig beugte sie sich über ihn.
Für einen winzigen Moment sah der Mann mit gläsernem Blick in das Gesicht seines Peinigers. Er konnte nichts erkennen. Es war zu dunkel. Dann starb er.
Die Gestalt hörte eine Wagentür zuschlagen. Sie musste fliehen. Die Tür zum Turm blieb offenstehen.

Die Autorin

Rita Hajak, geboren in Frankfurt am Main, erlernte den Beruf der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Bald darauf heiratete sie und arbeitete viele Jahre als Chefsekretärin, in einem mittelständigen Unternehmen. Das Schreiben war in ihrem Leben stets ein wichtiger Bestandteil. Früher waren es mit Vorliebe Aufsätze in der Schule, später Geschichten für ihre Kinder. Die Jahre, die sie mit ihren Ehemann auf der Insel Fehmarn verbrachte, ließen ihr genügend Zeit und Raum sich der Schreiberei zu widmen.
2010 ist die Autorin mit ihrem Mann und ihrer Muse auf vier Beinen in den Taunus zurückgekehrt.


Mehr Infos über die Autorin und ihre Bücher finden Sie unter

©byChristine Erdic


Dienstag, 24. Juli 2018

Verona – Verbinden Sie doch einmal Badeurlaub und Kultur


Die kulturträchtige Stadt Verona liegt in der Romagna Emilia, nur rund 30 Km vom Gardasee entfernt und bezaubert den Besucher mit ihrem romantischen Charme. Egal ob als Kultururlaub, Kurztrip oder Abstecher vom Badeort: Verona hat für jeden etwas zu bieten.



Die Arena von Verona
In der Arena von Verona, einst römisches Amphitheater, werden jährlich in den Sommermonaten die berühmtesten Opern unter freiem Himmel aufgeführt. 


Die Arena von Verona wurde im 1. Jahrhundert von den Römern aus weißem und rotem Kalkstein gebaut, der im Mittelalter für Bauzwecke entwendet wurde. Sie ist nach dem Kolosseum das zweitgrößte italienische Amphitheater.  


Im Sommer wird die Arena für Opernaufführungen genutzt und bietet 22.000 Zuschauern auf den Stufen der 45 Sitzreihen Platz. Allerdings sollte man die Karten schon im Winter vorbestellen.



Piazza delle Erbe
Hier befand sich einst das Zentrum des antiken Verona und auch heute noch ist der Platz mit seinen Markt- und Souvenir-Ständen ein zentraler Treffpunkt.


Der Brunnen aus der Zeit der Scaligeri mit der römischen Statue "Madonna Verona" ist ein Anziehungsmagnet für Touristen. 



Am Ende des Platzes befinden sich der Turm Gardello aus dem 14. Jahrhundert und der Palazzo Maffei mit seinen Fresken im Barockstil.
Vom Rathausturm Torre Lamberti, kann man man ein wundervolles Panorama über Verona genießen. Mit einem Lift geht es auf eine Plattform in 83 m Höhe.




                                          Romeo und Julia


Verona bezaubert durch seinen romantischen Charme und inspirierte Shakespeare zu seiner Geschichte um Romeo und Julia.

                                        Haus des Romeo

Nur wenige Schritte von Piazza delle Erbe gelangt man zum Haus der Julia.
Die Geschichte Veronas ist eng verbunden mit dem Shakespeare Drama um Romeo und Julia, sollen die beiden unglücklich Verliebten doch hier gelebt und gelitten haben. Zu bestaunen ist Julias Haus mit dem Hof, in dem sich der berühmte Balkon sowie eine Bronzestatue von Julia befinden, das bestimmt meist fotografierten Objekte in Verona. 


Es soll Glück bringen, den Busen der Staue zu berühren und eine Liebeserklärung an der dafür vorgesehenen Wand zu hinterlassen.



Castelvecchio mit Ponte Scaligero
Die in den Jahren 1354 - 1357 unter der Herrschaft der Familie Scala erbaute Festung diente als Herrschaftssitz und Verteidigungsanlage und beherbergt heute das Museum mit Werken der Veroneser Malerei und Skulptur seit dem Mittelalter. 


Eine weitere Verona Attraktion ist der zum Castelvecchio führende Ponte Scaligero. Die Brücke über der Etsch galt früher vor allem als Fluchtweg für die Familie.







Dom von Verona
Eine gelungene Mischung aus Romanik und Gotik stellt der Veroneser Dom „Duomo Santa Maria Matricolare“, in dessen Seitenschiffen sich zahlreiche reich verzierte Kapellen befinden, dar.


Die Grundmauern des Doms  wurden im  8. Jahrhundert nach Christus errichtet, nachdem die kleine Basilika durch ein Erdbeben zerstört wurde. Allein wegen der beinahe überirdischen Atmosphäre, sollte man sich einen Besuch nicht entgehen lassen.



Basilika San Zeno Maggiore
Etwas abseits des Stadtzentrums, aber auf jeden Fall eine Besichtigung wert, befindet sich die bedeutendste Kirche Veronas: San Zeno.
Die romanische Kirche stammt aus dem 11. - 12. Jh. Und verfügt über einen wunderschönen Kreuzgang der ins Innere der Kirche führt.


Auch für Kulinarisches ist bestens gesorgt. Zwischen Piazza della Erbe und Piazza Bra finden sich kleine Restaurants und Shops für jeden Geldbeutel. Auf jeden Fall sollten Sie die verschiedenen Pasta-Gerichte probieren. Wir waren begeistert von mit Ente gefüllten Tortellini. Als Vorspeise sind Schinken- und Käseplatten zu empfehlen. 


Aber Vorsicht: Die Italiener essen meist ein Drei-Gänge-Menü!

PS: Vergessen Sie nicht, in der Altstadt von dem berühmten italienischen Eis zu kosten, das hier ganz besonders gut ist!



Buchtipp:

Mit Nepomuck auf Weltreise


Wie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon, und wie leben die Eskimos heute? Was passiert, wenn ein norwegischer Kobold auf einen irischen Leprechaun trifft, und was kann man im Karina-Verlag so alles anstellen? Begleitet den lustigen Kobold Nepomuck auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien und lernt Menschen, Tiere und verschiedene Kulturen hautnah kennen. Folgt ihm auf den Spuren der Hobbits, und werft mit ihm seinen ersten Bumerang. Die tollsten Abenteuer warten auf euch, denn wo Nepomuck sein Unwesen treibt, da wird es nie langweilig!
Buchdaten:
Gebundene Ausgabe: 140 Seiten
Verlag: Nova MD; Auflage: Erstauflage (12. Mai 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3961112762
ISBN-13: 978-3961112760
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 12 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 15 x 1,7 x 21 cm

Leseprobe aus dem Buch:
Seitdem sie mit Nepomuck letzte Woche in der Arena von Verona eine Vorstellung von „Romeo und Julia“ besuchten, findet der kein anderes Thema mehr. Ohnehin begeistert ihn diese Stadt im Norden Italiens. Der Kobold hat sich sogar ein paar italienische Strophen gemerkt und schmettert sie mit viel Gefühl quer über den Platz. Ein älterer Herr bleibt stehen und beugt sich mit sorgenvoller Miene zu Nepomuck: „Hast du Schmerzen, mein Junge?“
Nepomuck wird rot und murmelt etwas, das wie „Kulturbanause“ klingt.
„Manche Menschen haben eben überhaupt kein Musikverständnis“, beklagt sich der verkannte Sänger bei Marcella. Die lacht schallend, denn Nepos „Gesang“ erinnert nun einmal tatsächlich an eine Heulboje.
„Wir können uns ja einmal Julias Balkon anschauen. Dort hat sie im Selbstgespräch ihre Liebe zu Romeo bekundet, und der hat alles von seinem Versteck aus gehört“, lenkt Salvatore ab.
Nepomuck ist gleich Feuer und Flamme! Es ist kein weiter Weg. Neben dem Hauseingang steht eine Bronzestatue Julias. An den Wänden haben zu Nepomucks Erstaunen viele Verliebte Zettel mit Liebesbotschaften hinterlassen. „Das soll Glück bringen“, lächelt Marcella.
„Der Balkon wurde erst 1930 nachträglich angebracht“, wispert Salvatore dem Kobold verschwörerisch zu und deutet hinauf.
„Dann hat Julia ja in Wirklichkeit nie dort oben gestanden“, bedauert Nepomuck ein wenig enttäuscht …


Das lustige und lehrreiche Kinderbuch mit den Abenteuern des Kobolds Nepomuck und Illustrationen von Renate Anna Becker gibt es überall im deutschen Buch- und Onlinehandel auf Bestellung und natürlich im Karina-Verlag.

©byChristine Erdic

Mittwoch, 27. Juni 2018

Hexenmuseum Schweiz – der etwas andere Ausflugstipp


Urlaubszeit und Nebel oder Dauerregen? Warum nicht einmal etwas völlig anderes machen? Das Hexenmuseum in Schloss Liebegg im Kanton Aargau /Schweiz hat seine Türen und Tore bei Wind und Wetter geöffnet. Auch Kinder ab 11 Jahren sind hier herzlich willkommen.



Das Hexenmuseum Schweiz ist einzigartig im deutschsprachigen Europa.
Es erwartet Sie eine Fülle von Informationen zum Thema in Ton- und Bildformat sowie über 1000 ausführlich beschilderte Exponate die sich in die magisch-mystische Welt der Hexen einordnen lassen.
Das Thema der Hexenverfolgung im Mittelalter und der frühen Neuzeit wird detailliert und umfassend geschildert.
Ein Museums Café und ein Shop runden das Angebot ab.

Die genaue Adresse, Öffnungszeiten und aktuelle Veranstaltungen bspw. zur Vollmondnacht entnehmen Sie bitte oben genanntem Link.


Pünktlich zur Walpurgisnacht hat das Hexenmuseum Schweiz mit einer neuen, wissenschaftlich begleiteten Ausstellung wiedereröffnet. Sie präsentiert alle Aspekte rund um das Thema Hexe - das Ganze unter der Leitung einer veritablen Wicca. Auch die Magie kommt nicht zu kurz - mit Vollmondführungen und der Einbettung in ein romantisches Schloss.
Das liebevoll gestaltete Hexenmuseum ist lehrreich und unterhaltsam, aber es polarisiert. Um die Eröffnung zu verhindern, riefen fundamentale Christen zum Gebet.

Woher kommt eigentlich die Vorstellung der alten bösen Hexe, die buckelig ist und eine Warze auf der Nase hat? Was hat es mit dem uralten Aberglauben auf sich, dass schwarze Katzen, die unseren Weg kreuzen, Unglück heraufbeschwören. Woher kommen Begriffe wie Wetterhexe und Hexenschuss?



Das alles hat eine lange Vorgeschichte.
Beim Thema Hexenverfolgung hielt die Schweiz einen traurigen Rekord mit rund 10.000 Verurteilten zwischen 1419 und 1782. Nirgends sonst wurden so viele Menschen wegen Hexerei hingerichtet. Unglücksfälle, Totgeburten und sogar die Pest wurde ihnen zur Last gelegt, Geständnisse unter grauenhafter Folter erpresst. So landeten viele unschuldige Menschen, vor allem Frauen, auf dem Scheiterhaufen oder am Galgen. Doch ist die Zeit der Hexenverfolgungen endgültig vorbei?
Eine erschreckende Karte verrät dem Besucher, dass das keinesfalls in allen Ländern dieser Erde der Fall ist.



Welche Rolle spielten und spielen Kräuter bei der Heilung von Kranken und warum waren sogenannte Kräuterhexen Ärzten, der Kirche und der Obrigkeit ein Dorn im Auge?



Im Hexenmuseum begegnet dem Besucher außer zahlreichen Exponaten aus dem Hexengebrauch und einer Tarot legenden Hexe auch Wissenswertes über den Hauskobold oder den schwarzen Phooka. Der Kobold ist heiter und lustig und packt bei den Hausarbeiten mit an, kann aber gefährlich werden, wenn man ihn verärgert.
Unser Fazit: Eine Ausstellung, die neugierig macht und zum Nachdenken anregen soll, aber auch informiert!



Buchtipp;

Mystica Venezia


Eine verschwundene Braut und ein geheimnisvoller Orden
Guido hat sich seine Hochzeitsreise nach Venedig dann doch etwas anders vorgestellt. Verzweifelt macht er sich gemeinsam mit seiner Schwägerin Ana Karina in den Wirren des Karnevals, der durch die engen Gassen der Lagunenstadt tobt, auf die fast aussichtslose Suche nach Christina Maria und stößt dabei auf eine geheimnisvolle Legende.



Leseprobe:

Die Hexe saß stirnrunzelnd vor den Tarotkarten und schüttelte langsam ihren Kopf. Cinderella schaute sie aus ihren klugen Augen an. Mit dem wachen Verstand einer Ratte nahm sie jede Kleinigkeit, jede Stimmung um sich herum sofort wahr. Es war eine Gabe, die bei ihr ganz besonders ausgeprägt war. Instinktiv wusste sie ja auch immer, welche Karte sie umdrehen musste. Das konnte bei Weitem nicht jede ihrer Art. Wäre sie ein Mensch, so würde man von Spiritualität sprechen, aber dieser Begriff wurde bei Ratten nicht verwendet.
Cinderella hob witternd den schmalen Kopf. Estrella verbreitete momentan eine gewisse Unsicherheit, die nicht wirklich zu ihrem Wesen passte und zum Glück nur sehr selten vorkam. Die Ratte sog die Stimmung förmlich in sich auf und landete dann mit einem grazilen Sprung auf Estrellas linker Schulter. Die Hexe seufzte und kraulte sie unter dem Kinn.
„Ach Cinderella. Irgendetwas stimmt da nicht. Die Vergangenheit beginnt sich über die Gegenwart zu schieben. Eine Bedrohung, etwas Finsteres macht sich auf den Weg.”
Seit zwei Tagen schon war das Blatt fast identisch. Irgendetwas in ihr sagte, dass es mit Christina Marias Verschwinden zu tun hatte. Doch noch waren die Zusammenhänge nicht klar. Die Schleier zwischen den Welten und Dimensionen würden sich erst Ende Oktober lichten. Was also konnte aus der Vergangenheit den Weg in die Gegenwart finden und vor allem wie? Oder deuteten die Karten auf eine noch ferne Zukunft hin? Estrella schob die Karten mit einem energischen Griff zusammen und packte sie zur Seite.
Entschlossen stand sie auf und öffnete die Tür des Sideboards. Behutsam entfernte sie das Tuch über der Kugel, die auf einem aus Mahagoniholz geschnitzten Sockel stand,  und stellte sie auf den Tisch. Im Gegensatz zu vielen anderen Hexen und Wahrsagern benutzte sie die Kristallkugel eher selten. Doch diesmal musste sie sichergehen. Langsam schlossen sich ihre Hände klauenartig um die Kugel, und sie murmelte etwas. Aufmerksam schaute Cinderella in das runde Gebilde aus Glas. Sie war immer wieder fasziniert von den Dingen, die darin beinahe greifbar und dennoch völlig geruchslos entstanden.
Estrella atmete tief ein und löste ihre Hände von der Kugel. Der Kontakt, die Verbindung zwischen ihr und den astralen Mächten, war jetzt hergestellt. Sie beugte sich vor und schaute wie hypnotisiert auf die ersten nebelartigen Formen und Farben, die sich langsam zu Bildern zusammensetzten.

Überall im Buch- und Onlinehandel sowie im Karina-Verlag.


Weitere Bücher über Hexen und Kobolde finden Sie unter





©byChristineErdiç