Mittwoch, 6. Juli 2016

Formentera, die Insel, die man fühlen kann



                 


Formentera ist eine Insel der Pytiusen, einer Inselgruppe der Balearen. Die „kleine Schwester Ibizas“, wie das Eiland auch genannt wird, ist von Deutschland aus nach etwa 2-stündigem Flug (nach Ibiza) und anschließender etwa halbstündiger Überfahrt mit einer Fähre zu erreichen.
Bekannt wurde das nur etwa 19 km lange Eiland durch die Hippie Bewegung der1960er und 1970er Jahre. Viele Künstler hielten sich in dieser Zeit für Monate oder Jahre dort auf, wie z. B. auch die Musiker von Pink Floyd …
Auch heute lebt noch der eine oder andere aus dieser Zeit übrig gebliebene Maler oder Musiker dort und bis vor wenigen Jahren wohnten gar noch einige Hippies in Höhlen, die einstmals Fischer als Unterstände für ihre Boote in Felsen getrieben hatten …

Formentera ist heute berühmt für seine feinsandigen karibisch anmutenden Strände, die alljährlich in diversen Rankings unter die 5 schönsten weltweit gewählt werden.


Grund für das unvergleichliche einzigartige Blau der größeren Meerestiefen (das übrigens auch in der Landessprache „Blau“ heißt) und das kristallklare Türkis der flachen Wasser an den Stränden, sind die unter Naturschutz stehenden unterseeischen Posidonia-“Wiesen“, eine Seegrasgattung.


Während der Mittelteil der Insel schmal und flach ist, erheben sich im Südwesten und im Osten Hochflächen. Auf ihnen sind auch die Faros, die Leuchttürme stationiert.
Das ca. 120m hohe karge Cap de Barbaria  war der Legende nach (wie der Name schon sagt) Unterschlupf von Piraten und Barbaren (Wikinger).


Der zweite Faro steht auf dem fast 150 Meter hohen Kap Punta de sa Ruda ganz im Osten der Hochfläche von La Mola. Die Hochfläche dient weitgehend der Landwirtschaft. In ihrem Zentrum liegt der Ort El Pilar de la Mola. Hier bieten Künstler und Handwerker im Sommer jeden Mittwoch und Sonntag ihre Werke auf einem Hippiemarkt an.
Neben den wunderschönen Stränden und den felsigen Hochebenen mit den schroffen Steilküsten bietet die Insel viel landschaftliche Ursprünglichkeit, die es lohnt zu erkunden, wie z. B. die Punta de Sa Pedrera.



Zwischen dem Hafen La Savina im Nordosten und dem kleinen Tourismuszentrum Es Pujols erstrecken sich die zwei Binnenseen, Estany des Peix und das Naturschutzgebiet Estany Pudent mit Salinen (Ses Salines).



Viel mehr Wissenswertes über das „Kleinod im Mittelmeer“ kann man in Enzyklopädien, Lexika oder Reiseführern nachlesen. Mir ist eines wichtig zu sagen:
Formentera kann man fühlen!
Deshalb polarisiert die Insel. Man mag sie nicht oder man liebt sie … bedingungslos!


Paperback: ISBN 978-3-7386-3125-8
E-Book: ISBN 9783739276366

Das Büchlein ist kein Reiseführer. Es ist eine HOMMAGE an das „kleine Paradies im Mittelmeer“ und gibt Gefühle und Erfahrungen des Autors wieder … in liebevoll besinnlicher Lyrik und spannend lustigen Erlebnisberichten.
„Liebeserklärung an eine Insel: Formentera“ ist seit seinem Erscheinen im August 2015 stets in den Top 50, oft in den Top 10 der Kindle Bestseller in Humoristischer Literarischer Belletristik positioniert und ein „Renner“ bei den Formentera-Liebhabern.

Leseproben:

Vorwort:
Obwohl ich “das kleine Paradies“ wohl schon mehr als 40mal besucht habe, ist jede Reise nach Formentera für mich immer wieder etwas ganz Besonderes. Die Insel hält mich fest im Banne, seit ich das erste Mal meinen Fuß auf sie setzte.
Hat man einen frühen Flug von Köln erwischt, kommt man im Frühjahr und im Herbst oft mit dem Sonnenaufgang im Puerto de Ibiza an. War der Flug noch pure Vorfreude, so ist das Ankunftsritual im Hafen das erste Highlight meiner Wiederkehr: Der Cortado und der Hierbas am Anleger nach Formentera sind ein Muss! Seit damals …
Das sanfte Seelenschwingen steigert sich während der Überfahrt zu absolutem Wohlgefühl. Bis zu jenem Moment, in dem man die Insel betritt: Unmittelbar fühle ich mich in wohlige Wärme gehüllt, die sofort auch das Herz ergreift und meine Augen mit Freudentränen füllt … ich bin angekommen!
Alles, was ich unterwegs wahrnehme, jedes Gemäuer, jeder Lichtreflex, jedes Lebewesen, jede Pflanze und jeder Lufthauch scheinen mir zuzuflüstern: Du bist zuhause!
Die wundervollen Eindrücke und Empfindungen, die mir dieses Eiland immer wieder schenkt, habe ich versucht, in Gemälden und Gedichten auszudrücken. Einen Teil davon, sowie einige lustige und oft lehrreiche Erlebnisse, die mir Formentera beschert hat, möchte ich in diesem kleinen Büchlein wiedergeben… nicht nur für jene, die diesem kleinen Paradies ebenso verfallen sind, wie ich es bin …


Liebeserklärung an eine Insel
Sanfte Helligkeit,
vertraute Farben, Geräusche,
Düfte, würzig.
Rückkehr
Wohliges Erwarten:
Freunde? Veränderungen?
Wieder jeden Ort genießen,
mit allen Sinnen erfahren.
Die Insel fühlen,
in sie fließen.
Zeitlosigkeit
Wärme um mich
und in meinem Herzen.
Die Seele, pastellfarben,
schwingt sanft,
taumelt glückerfüllt.
Freude,
Zufriedenheit,
Leben,
Formentera
Flirrende Stille, wabernder Götteratem,
gleißend helle Wärme auf der Haut,
grobe Schönheit intensiver Existenz.
Wohlige Milde,
träges Sein im Pinienschatten
nahe kühler Mauern.
Behagliche Schwere, Zikaden
Smaragdgrün, türkis
in aquamarin und saphirblau.
Sanft rauschendes Meer
an feingelbem Sand
Du bist da, liebe mich!
Bald weiße Gischt
von wilder flaschengrüner See
an terrakottabraunen Felsen.
Die Götter der Meere spüren,
sich in den Wind fallen lassen,
leben
Rosenfarbiger Himmel
über Purpur und Violett zu Schwarz.
Sehnsucht und Abschiedsschmerz.
Auf Wiedersehen,
Born der Schwermut und der Freude…
Formentera



Schauer
Ich war mit dem Fahrrad unterwegs, als es mich erwischte. Der Wassermenge nach, die plötzlich auf mich hernieder stürzte, hatte irgendwer über mir den Boden eines riesigen Bassins weggezogen. Im September können solche Regen dort, trotz der noch sehr warmen Lufttemperaturen, schon manchmal richtig kalt sein. So war es auch an diesem Tag. Ich glaube, Schnappatmung nennt man diese Art der Sauerstoffgewinnung, die mir mein Körper aufzwang … und so veranlasste mich plötzliches Schutzbedürfnis, die Straße zu verlassen um mich in die Obhut eines mickrigen Feigenbäumchens zu begeben, das in einiger Entfernung einsam auf dem Feld stand. Eigentlich ein nutzloses Unterfangen, denn erstens war ich schon nass bis auf die Haut und zweitens bot das kleine, aufgrund langer Trockenheit kaum belaubte Bäumchen so gut wie keinen Schutz vor den kalten Fluten, mit denen man versuchte, mich zu ertränken.
Ich muss einige Minuten lang zähneklappernd und eng an den Stamm geschmiegt gestanden haben, als mir plötzlich wärmer wurde und meine Haut teils schmerzhaft „prickelte“. Als mir klar wurde, dass unter meiner Kleidung irgendwie „Party war“, riss ich mir das T-Shirt vom Leib und als ich hunderte winziger Ameisen erkannte, auch den Rest der Kleidung.
So reckte ich mich splitternackt in den gerade nachlassenden eiskalten Regen um mir die aggressive Brut vom Leib zu waschen. Die auf der etwa 50 Meter entfernten Straße vorbeifahrenden Menschen berührte dieses, wie Rumpelstilzchen auf dem Feld herumzappelnde Männchen scheinbar überhaupt nicht … auf Formentera ist man an allerlei Verrücktheit gewöhnt.
Als der Regen nun endgültig aufgehört hatte … weiter im Buch …


Nacht über der Mola
Da der Tag verborgen hinter dem Horizont
und das Leben auf der Mola schweigt,
vernimm des Universums sanftes Canto.
Zart und hell die Sternennebel,
vor dem tiefsten Bass der Ewigkeit.
Stein und Felsen resonant
wie das leise Rauschen von Wassern und Flora.
Mutter Erde schwingt in gütigem Einklang
und so du dich hingibst dem Lied des Kosmos
wird die Seele Gleichklang finden
und das Herz den Rhythmus bestimmen.
Unendlichkeit und Wiederkehr
scheinen unwiderlegbar selbstverständlich.
Liebe mich, wie ich Dich liebe
und du wirst die Ewigkeit verstehen …

Text und Bilder © Peter Jentsch

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